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Mittwoch, 21. August 2019 - 16:03 Uhr Drucken

Ludwigshafen-Ticker

Ludwigshafen: Tigermücken in Neubaugebiet entdeckt

Gilt als aggressive Stechmücke: die Tigermücke. Foto: Dpa

Gilt als aggressive Stechmücke: die Tigermücke. Foto: Dpa

In Ludwigshafen ist nach Stadtangaben vom Mittwoch erstmals in diesem Jahr ein Tigermückenvorkommen festgestellt worden. Entdeckt wurde es im Neubaugebiet Oggersheim-Melm durch Mitarbeiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). Stadt und Gesundheitsamt bitten Bewohner jetzt um Unterstützung und Mithilfe bei der Bekämpfung der Mücke.

Übertragung von Viren nicht ausgeschlossen

Hinweise aus der Bevölkerung führten die Kabs-Leute zu einer stabilen Population der aggressiven Stechmücke, die auch am hellen Tag Menschen hartnäckig verfolgt. Im Siedlungsbereich könne sie dadurch sehr lästig werden. Die asiatische Tigermücke ist seit Jahrzehnten durch globale Handels- und Verkehrsrouten weltweit verschleppt worden. Seit einigen Jahren breitet sich die Tigermücke auch in Deutschland, insbesondere entlang des Oberrheingrabens aus. Vor allem in tropischen Ländern könne die wärmeliebende Art zahlreiche Viren auf Menschen übertragen. Die Gefahr einer solchen Übertragung von Dengue-, Chikungunya oder Zika-Viren sei unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland zwar gering, könne aber nicht ausgeschlossen werden. Die Kabs-Experten bereiten aufgrund der Erfahrungen in Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg derzeit die Bekämpfung der Tigermücken vor.

Regentonnen und Vasen als Brutstätten

Im Gegensatz zur Rheinschnake, die überwiegend in Überschwemmungsgebieten vorkommt, sind die Brutstätten der Tigermücke bevorzugt sehr kleine, meist künstliche Wasserbehältnisse wie Regentonnen, Vasen, Untersetzer oder sogar hohle Zaunpfähle, wo sich Wasser ansammeln kann. Für die biologische Bekämpfung von Stechmücken setzt die Kabs seit Jahrzehnten erfolgreich den biologischen Wirkstoff BTI – ein Bakterieneiweiß – ein, der selektiv nur Mückenarten abtötet und für Menschen, Tiere und Pflanzen unbedenklich ist. Daher wird zur Bekämpfung die Mithilfe aller Anwohner der Melm benötigt, die Brutstätten zu beseitigen, Eimer oder Gießkannen so zu lagern, dass sich kein Regenwasser ansammeln kann oder Wasserfässer, kleine Brunnen und ähnliches mit BTI zu behandeln.

Tabletten werden an Haushalte verteilt

Hierzu ist geplant, bis Ende der Woche beziehungsweise Anfang nächster Woche ein Faltblatt und zunächst eine Packung BTI-Tabletten bei den Haushalten einzuwerfen, damit hier die ersten Bekämpfungsmaßnahmen in den einzelnen Haushalten eingeleitet werden können. Untersetzer oder Wassergefäße sollten regelmäßig überwacht und geleert werden. Größere Wasserfässer sowie Brunnenanlagen sollen mit BTI-Tabletten behandelt werden. Eine Tablette reicht für ein Volumen von 50 Litern und hält für etwa drei Wochen. Das Wasser kann unbedenklich weiterverwendet werden. Es sei ebenfalls darauf zu achten, dass Behälter aus dem Gebiet nicht ungereinigt an andere Orte gebracht werden, um eine Verschleppung der Eier zu vermeiden. Die BTI-Tabletten werden seit Jahren vom Ortsvorsteherbüro kostenlos zur Bekämpfung der Hausschnaken ausgegeben und können dort auch abgeholt werden, wenn weiterer Bedarf besteht.

Appell an Bewohner

Das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises und Stadt appellieren an die Bewohner, an der Aktion teilzunehmen. Ansprechpartner für Rückfragen ist Norbert Becker, wissenschaftlicher Kabs-Direktor. Zu erreichen ist er unter Telefon 0170/8506788.

|ier

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