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Ludwigshafen

Ludwigshafen: Für Hochzeitsmesse wird Eberthalle herausgeputzt

Von Janina Manthay

Kopflose Bräute gibt es bei der Messe „Trau“ in jeder Hinsicht: Schließlich ist so eine Hochzeit ganz schön aufregend.

Kopflose Bräute gibt es bei der Messe „Trau“ in jeder Hinsicht: Schließlich ist so eine Hochzeit ganz schön aufregend. ( Foto: KUNZ)

Am Freitagvormittag sieht es in der Friedrich-Ebert-Halle noch wenig romantisch aus. Der Aufbau ist in vollem Gange.

Am Freitagvormittag sieht es in der Friedrich-Ebert-Halle noch wenig romantisch aus. Der Aufbau ist in vollem Gange. ( Foto: KUNZ)

Die Samstagsreportage: Heute startet die 23. Hochzeitsmesse „Trau“ in der Eberthalle. Dort finden Heiratswillige alles für den großen Tag in ihrem Leben. Wo sonst Handball oder Fußball gespielt wird, sind rote Teppiche ausgerollt worden. Um die Halle in einen Traum in Weiß zu verwandeln, ist viel Arbeit nötig. Wir haben die Aussteller gestern dabei begleitet.

Ab 10 Uhr öffnen sich heute die Tore für das Publikum. Damit Besucher die Messe erleben und genießen können, ist bis zuletzt kräftig angepackt worden. Am Freitag wird in der Eberthalle an allen Ecken und Enden gewerkelt. Gabelstapler fahren piepsend rückwärts. Verbindungsstangen an den Ständen werden scheppernd montiert. Auch Staubsauger mischen sich in die Geräuschkulisse. Die ersten Aussteller haben ihre Teppiche am Stand ausgerollt und reinigen sie.

120 Aussteller aus 35 Branchen

„Am Ende erfolgt noch eine Zwischenreinigung, die lohnt sich erst, wenn alle großen und sperrigen Gegenstände drin sind“, sagt Jürgen Huber, technischer Leiter der Eberthalle. Über 120 Aussteller aus über 35 Branchen bestücken hier ihre Stände. Jürgen Huber und Armin Netzer vom Veranstalter Livetime müssen nicht nur diese koordinieren, sondern sind auch sonst die Männer für alles.

Auf dem L-förmigen Laufsteg liegen acht Meter Teppich, er ist aber zwölf Meter lang. Die Schraubzwinge ist zu kurz. Ein Stand muss um drei Meter verlängert werden. Die Anfragen prasseln auf sie ein, doch sie nehmen es mit Gelassenheit und Optimismus. Mit über 20 Jahren Messeerfahrung bringt sie so schnell nichts aus der emsigen, aber ruhigen Betriebsamkeit. „Wir erstellen die Pläne vorher am Computer. Dann sagt jemand krankheitsbedingt kurzfristig ab, und wir müssen schauen, dass da kein Leerraum entsteht“, erklärt Jürgen Huber. Flexibel sein ist das Zauberwort. Eigentlich findet die Messe immer am ersten Januarwochenende statt, doch dieses Jahr wäre die Vorbereitungszeit viel zu kurz gewesen.

Brautkleider anschauen und anprobieren

Von den Emporen betrachtet, wimmelt unten in der Halle eine Ameisenkolonie. Einige Gabelstapler sind unterwegs und transportieren plastikummantelte Wände. Es sieht aus wie im Baumarktlager. Aluminiumgestänge, weiße Holzwände, dicke Teppichrollen stapeln sich in jeder Ecke. Noch kein guter Ort für reine weiße Kleider. „Bridal Fashion“ hat die prall gefüllten Kleidersäcke auf der Stange hängen. Wer die Kleider jedoch nicht nur dort, sondern am Körper sehen möchte, sollte um 12, 14 oder 16 Uhr zu den Brautmodeschauen kommen. Oder sie gleich anprobieren. „Die Braut“ hat 250 Hochzeitskleider dabei. „Wir haben fünf Models, die die Kleider vorführen, aber auch Umkleiden, sodass die Frauen die Kleider selbst anprobieren können“, berichtet Inhaberin Manuela Pilcher. Sie ist seit über 15 Jahren mit dabei und bietet nun alles aus einer Hand. „Dieses Jahr ist ,Chris Haarmoden’ mit am Stand, da können Frisuren und Make-up getestet werden. So sehen die Frauen ihr komplettes Gesamtbild wie am Hochzeitstag.“

In der Halle wartet bereits ein kopfloser Schwarm Bräute dicht zusammengedrängt. Diese Vorführpuppen werden von „123Braut & Bräutigam“ noch angezogen und gestellt. Dabei wird auf das Licht geachtet. Blaues Licht lässt die Kleider kalt wirken. Gedanken, die sich Besucher vermutlich nie machen würden.

Messe-Aufbau dauert zwölf Stunden

Der Aufbau am Freitag beginnt um acht Uhr morgens und dauert zwölf Stunden. Bis zum Durchputzen dauert es. Die Verantwortlichen kommen wohl erst spät nach Hause. Die ersten Lieferungen kamen am Dienstag, seit Mittwoch wird gebaut. Auch die Autos stehen schon, da sie zwischen den hochgezogenen Ständen kaum noch rangieren könnten. Ein grüner Lamborghini zieht die Blicke der Männer mit den Zollstöcken auf sich. Doch zum längeren Bewundern ist keine Zeit, schließlich werden gerade zwei Lkw-Ladungen an Trennwänden aufgebaut.

Zu dem neueren sogenannten Octanorm-System kommen die alten klassischen Wände. Zuletzt werden in der Halle die roten Teppiche ausgelegt, auf denen die Besucher laufen. Wenig Arbeit macht der Juwelier Christ. „Die haben ihr eigenes Equipment und Aufbau-Team, da planen wir die Fläche, und das war’s für uns“, sagt Netzer. Die Agentur Livetime veranstaltet parallel auch noch die „Trau“-Messe in Freiburg, alle Kräfte sind im Einsatz.

Musik, Kinderbetreuung und eine Gewinnchance

Lange Kabel hängen von der Decke zu den Ständen der Fotografen, Konditoreien und Goldschmiede. Der Salische Hof Schifferstadt stellt sich als Ort zum Feiern vor. Annette Häublein präsentiert Gastgeschenke aus dem „grafik.atelier“. Direkt neben dem Eingang steht der Floristikbereich von Monika Jäger. Für die Kleinen gibt es eine Kinderbetreuung. Außerdem stellen sich Musiker mit ihren Stücken live den Besuchern vor. Wie jedes Jahr gibt es beim Trauringturm die Chance, 66.666 Euro zu gewinnen.

 

Termin

Hochzeitsmesse „Trau“, Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr,

Eberthalle. Eintritt: sechs Euro.

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