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Montag, 12. November 2018 Drucken

Ludwigshafen

„Leisten tolle Arbeit“

Einfach mal zeigen, was man selbst alles macht und erarbeitet: Das ist dieses Mal das Motto beim Rat für Kriminalitätsverhütung. Daher werden bei der Sitzung am Mittwoch keine externen Referenten ans Rednerpult treten, sondern Schwerpunktthemen der Arbeitskreise diskutiert. Es wird dann unter anderem um Zivilcourage und die Gefahren der sozialen Medien gehen.

Von Axel Nickel

Ist ein zentrales Thema der Fachleute: der richtige Umgang mit sozialen Netzwerken.

Ist ein zentrales Thema der Fachleute: der richtige Umgang mit sozialen Netzwerken. ( Fotos: dpa/ax)

Der Krimirat will seinen Beitrag dafür leisten, dass Sicherheitsprobleme oder gesellschaftliche Konflikte früh erkannt werden. Daher kommen hier Vertreter von Stadt, Polizei, Wirtschaft und vielen gesellschaftlichen Gruppen zusammen, um miteinander zu diskutieren und so zu lernen, welche aktuellen Problemlagen vorhanden sind und welche Präventionsangebote angezeigt sind. Vernetztes Handeln ist dabei ein Zauberwort. Für Andrea Barie ist der Rat eine echte Erfolgsgeschichte. So habe auch ihr Argumentationstraining „seinen Ursprung im Krimirat in Ludwigshafen“. Ein Polizist habe den Anfang gemacht und die ersten Konzepte entwickelt, um Bürgern ein Rüstzeug an die Hand zu geben, dass sie sich trauen, sich in Diskussionen einzumischen oder aber auf der Straße nicht nur wegschauen – Stichwort Zivilcourage. Die damalige Idee sei auch heute noch extrem wertvoll, betont Barie, die als Trainerin selbst Seminare gibt.

Man könne diese übergreifende Zusammenarbeit und das gemeinsame Aufspüren von gesellschaftlichen Tendenzen nicht hoch genug schätzen, ist die 61-Jährige überzeugt. Das sehe sie in ihrem Argumentationstraining (siehe „Meinung am Montag“), sei aber beim Thema Zivilcourage nicht viel anders. „Letztlich steht dahinter die Frage: Welche Werte vertrete ich?“ Jeder könne etwas tun, wenn er aufmerksam durch die Stadt gehe. „Und sei es nur, dass man eine Täterbeschreibung abgibt oder die Polizei ruft“, verdeutlicht Barie. Dass es Überwindung kostet, bei einem Konflikt einzugreifen sei klar, andererseits gelte: „Man darf nicht auf die anderen warten. Zivilcourage kann man nicht fordern, man kann sie nur selbst leisten.“

Stichwort selbst: Das ist auch ein zentrales Thema von Stefanie Fischer (36), die in der Suchtprävention beim Haus der Diakonie arbeitet. Ihr Vortrag wird zeigen, wie sehr sich die Präventionsarbeit über die Jahre ändert und welch große Bedeutung inzwischen das Thema Internet und die damit verbundenen Gefahren hat. „Wir haben das Konsum- und Digitalverhalten im Blick, was also jeder von uns tut“, erklärt Fischer. Sie sieht Ludwigshafen beim Thema Prävention gut aufgestellt: „Netzwerke sind sehr wichtig.“ In ihrem Bereich gibt es zweimal pro Jahr ein großes Forum, bei dem es stark um die Wünsche von Lehrkräften geht. Aktuell gab es Ende Oktober einen Fachtag rund um die Internet- und Smartphonesicherheit.

Ganz wichtig dabei: die sozialen Medien. „Das Spektrum ist breit und bietet viele Möglichkeiten, hat aber eben auch genauso viele Risiken“, sagt die Diplom-Pädagogin. Vor allem für Jugendliche und damit Schüler sei das Thema brisant: „Bei ihnen ist die Faszination sozialer Medien besonders groß, denn Jugendliche haben den Wunsch nach Rückmeldung und Zuspruch.“ Und automatisch lande man so in einem kritischen Bereich. Fischer nennt die Stichworte Privatsphäre und Cybermobbing sowie darüber hinaus auch Kriminalität im Netz. Bei Angeboten wie dem Fachtag könne man auf das Wissen von Experten zurückgreifen und zugleich mit Schülern und Lehrern über die richtige Strategie sprechen, damit es zu möglichst wenig Problemen und Konflikten kommt. „Das Thema brennt den Fachkräften auf den Nägeln, so muss man ja etwa regeln, wie man mit Smartphones in der Schule umgeht“, nennt Fischer ein Beispiel. Spannend sei dabei der Ansatz der Integrierten Gesamtschule in der Gartenstadt, wo Schüler als Sicherheitspartner ausgebildet werden. „Sie sind dann die ersten Ansprechpartner für ihre Mitschüler“, so Fischer. Das sei eine gute Möglichkeit, früh zu helfen.

Verena von Hornhardt ist die Geschäftsführerin des Krimirats und freut sich auf den anderen Schwerpunkt der Plenumssitzung: „Wir haben meist Referenten von außerhalb, aber jetzt möchten wir mal zeigen, was wir vor Ort für tolle Arbeit leisten und dies darstellen“. Für die Bürger seien die Arbeitskreise wichtig, ist sie überzeugt, „da wir uns um die präventive Arbeit in Ludwigshafen kümmern, davon haben ja alle etwas“.

Termin

Sitzung des Kriminalpräventiven Rates am Mittwoch, 14 Uhr, im Vortragssaal der Volkshochschule (VHS) im Bürgerhof. Zuhörer sind willkommen.

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