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Dienstag, 18. September 2018 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

Klappe halten, höchst geheim

Edith Brünnler stellt ihr neues Buch „Awwer saach nix!“ im Schifferstadter Schreiwer-Hais’l vor

Von Claudia Kern

Gerüchte, Gerüchte: Klatsch und Tratsch sind beliebt. Aber wer’s erfährt, soll ja die Klappe halten. Davon weiß auch Edith Brünnler in ihrem neuen Buch zu berichten.

Gerüchte, Gerüchte: Klatsch und Tratsch sind beliebt. Aber wer’s erfährt, soll ja die Klappe halten. Davon weiß auch Edith Brünnler in ihrem neuen Buch zu berichten. ( Foto: Lenz)

«Schifferstadt.»Edith Brünnlers Lesungen haben sich längst zum Publikumsmagneten entwickelt. Am Sonntag sind wieder viele Fans und solche, die es werden wollen, ins Schreiwer-Hais’l in Schifferstadt gekommen, um der Ludwigshafenerin zu lauschen. In der gemütlichen Wohnstube von Hausherrin und Veranstalterin der Lesestunde, Beate Holzwarth, fühlten sich die Besucher pudelwohl.

„Ich lieb’ ja die Margret!“, sagte Beate Holzwarth mit spitzbübischem Lachen. Margret ist eine der Hauptfiguren in den heiteren Geschichten von Edith Brünnler. „Mal sehen, ob die heute auch wieder auftaucht“, meinte Holzwarth und lachte. Sie war sich sicher, dass die Matinee wieder gut ankommen wird.

„Ich bin so stolz, dass Ihr all kumme seid, wenn ich heit mein neies Buch vorstell“, parlierte die Ludwigshafener Mundartdichterin Edith Brünnler dann auch in bestem Pfälzisch sogleich los. Denn darum drehte sich alles an diesem Sonntagvormittag. Warum die doch sonst so leutseligen Pfälzer unter die Geheimniskrämer gegangen sind und warum es doch so viel interessanter und reizvoller ist, eine Geschichte hinter vorgehaltener Hand und unter dem Siegel der Verschwiegenheit zu erzählen.

In ihrem neuesten Buch „Awwer sach nix“ gibt Brünnler viele kleinere und größere Begebenheiten ihres Alltags preis und schlüpft dabei in die Rolle der Protagonistin. Da wäre die Sache mit Karl. „Ich hab des ja net aus erster Hand. Deswege isses ach mit Vorsicht zu genieße!“, erzählt sie. Doch wie es eben so ist mit den Gerüchten, die nicht weitergetratscht werden sollen – das Unheil nimmt seinen Lauf. Denn Karl wird ein Seitensprung angedichtet. Das hätte man dem lieben Mann so gar nicht zugetraut. Sogar beim Metzger ist das schon Tagesgespräch. „Ich bin doch net des Tagblättl vun de Siedlung“, muß sich die Erzählerin am Ende noch der Vorwürfe erwehren. Und sogar Freundin Margret verdächtigt sie der Tratscherei und wirft ihr empört an den Kopf: „Wenn des unner uns bleibe soll, behalt’s am beschte für Dich.“

Mit ihren heiteren Geschichten rund um das Leben verstand es die Mundartautorin das Publikum restlos zu begeistern. Auch Kritisches ließ sie nicht aus. Und das Publikum kommt aus dem Lachen fast nicht mehr raus, als sie in kessem Hip-Hop-Rhythmus den Überfluß der Wohlstandsgesellschaft aufs Korn nimmt. „Mir hen äfach zuviel Auswahl“, prangerte sie mit einem Augenzwinkern an. Und los ging’s: „Ich sag’s Euch ganz ehrlich, in meinem Leben gab’s Zeite, da konnt ich mich äfach für gar nix entscheide. Ob Wohnort, Berufsort oder Bundestagswahl, mir ging’s damit immer katastrophal.“

Das Interesse an Edith Brünnlers neuestem Werk war groß. Warum? Das fasste eine Besucherin aus Dannstadt so zusammen: „Sie schenkt mir einfach Lebensfreude.“

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