Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Sonntag, 25. Februar 2018

1°C

Mittwoch, 14. Februar 2018 Drucken

Ludwigshafen: Kultur Regional

Kelly Familiy in der SAP-Arena: Der Zauber wirkt noch

Die Kelly Family ist zurück: In der SAP-Arena in Mannheim fehlen ein paar Familienmitglieder, aber der alte Zauber funktioniert noch immer

Von Sandrina Lederer

Gibt auch mal den harten Rocker: Joey Kelly in Mannheim.

Gibt auch mal den harten Rocker: Joey Kelly in Mannheim. ( Foto: Kunz)

In den 1990er-Jahren sang sich die Kelly Family in die Herzen Tausender Fans und an die Spitzen der Charts. Mehr als 20 Jahre nach ihrem Durchbruch mit „An Angel“ sind sie nun zurück, wenn auch nicht ganz in Originalbesetzung. In der ausverkauften Mannheimer SAP-Arena bewiesen die singenden Geschwister bei ihrer „We got Love“-Tour, dass sie immer noch den alten Kelly-Zauber heraufbeschwören können.

Kathy, John, Patricia, Jimmy, Joey und Angelo erfüllten im vergangenen Jahr mit ihrem Comeback nicht nur ihren vielen Anhängern einen Herzenswunsch, sondern auch sich selbst – wie sie in einem Video vor Konzertbeginn verraten. „Es ist ein Traum, der wahr geworden ist“, meinte Patricia. Ein Satz, der von den 11.000 Fans in der voll besetzten SAP-Arena mit einem stürmischen Freudenapplaus aufgenommen wurde.

Die Liebe ist noch spürbar

 

Von Beginn an gab es für die Besucher kein Halten mehr. Die Liebe, die die Kellys für ihre Fans haben und die umgekehrt auch die Fans ihren Idolen entgegenbringen, ist nach all den Jahren immer noch spürbar. Passend dazu eröffnete Jimmy Kelly den Abend mit „I can’t stop the Love“. Es scheint, als könnte nichts die Kellys stoppen. Selbst eine langjährige Pause und die Abwesenheit des ehemaligen Mädchenschwarms Paddy Kelly, der mittlerweile als Michael Patrick Kelly solo unterwegs ist, und seiner Schwestern Maite und Barbie ändert nichts daran, dass es die Kelly Family nach 1994 erneut geschafft hat, die Herzen der Menschen im Sturm zu erobern.

Der Zauber entfaltet seine Wirkung

 

Sie sind damit zum zweiten Mal zu einem Phänomen geworden. In den 1990ern spalteten sie mit ihren langen Haaren und den Flohmarkt-Klamotten die Gemüter. Entweder man mochte die singende Großfamilie oder verspottete jene, die sich als Anhänger outeten. Dem Erfolg der Band konnte dies nichts anhaben – und der Zauber, den die Kelly Family damals versprühte, entfaltet auch heutzutage noch seine Wirkung.

Joey Kelly mimt den bösen Rocker

 

So wurde in Mannheim mit den bekannten Liedern so manche Erinnerung wieder lebendig. Auch wenn die Hits wie ihre Schöpfer mittlerweile etwas gereift sind. Die Kellys haben ihren Songs nämlich neue Arrangements verpasst. So mimt Joey Kelly bei „Why? Why? Why?“ und „The Wolf“ den bösen Rocker, der zu lauten, harten Klängen, die von flammender Pyrotechnik begleitet werden, über die Bühne flitzt. Sein Bruder Angelo lässt bei einem Schlagzeugsolo seine lange Mähne fliegen, denn er hat sich im Gegensatz zu einigen seiner Brüder noch nicht von seiner superlangen Haarpracht getrennt.

Zu "Nanana" regnet es Konfetti

 

Es ist eine musikalische Reise in die Vergangenheit, die voller Emotionen ist. Bei Patricias Hit „First Time“ verwandelt sich die Halle dank der Taschenlampenfunktion der Smartphones in ein Lichtermeer, zu „We got Love“ fängt die Cam auf der Leinwand das Publikum ein, wobei jeder Kuss eines verliebten Pärchens mit frenetischem Applaus gefeiert wird, und zu „Nanana“ regnet es Konfetti.

Kontakt zu den Fans ist immer noch wichtig

 

Kein Zweifel: Die Kelly Family ist auch in der Inszenierung ihrer Lieder im modernen Zeitalter angekommen. Doch eines ist ihnen nach wie vor wichtig: Der Kontakt zu ihren Fans – und der Ursprung ihrer Bandgeschichte. Und die begann auf der Straße, wo der irisch-stämmige Familienclan mit seinem legendären rot-grünen Doppeldeckerbus in ganz Europa unterwegs war, um Konzerte zu spielen. Der Bus, der inzwischen im Technikmuseum in Speyer steht, wird als eindimensionale Nachbildung auf die Bühne herabgelassen, begleitet von irischen Klängen, die Paul Kelly, der in den 1990ern-Jahren noch nicht zur Band gehörte, seiner Drehleier entlockt. Der Anfang eines Akustiksets, das die Musiker auf der Vorbühne spielen, die die Fans kreisförmig umgibt. Mit Akkordeon, Mundharmonika, Trommel und Gitarren zollen die Kellys in Französisch, Spanisch und Englisch Stationen ihres Lebens Tribut und entfachen aufs Neue den Zauber ihrer Straßenkonzerte.

Fans haben sie nicht im Stich gelassen

 

Damit schafft es die Kelly Family, die auf der Tour von sechs Gastmusikern begleitet wird, nicht nur alte Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen, sondern auch neue zu erschaffen. Als sie sich mit dem emotionalen „Brothers and Sisters“, einer neuen Komposition, die auf dem Comebackalbum erschienen ist, von ihren Fans verabschieden, wird der Zusammenhalt zwischen den Geschwistern noch einmal sehr deutlich. Und genau dafür werden sie von ihrem Publikum mit lautstarkem Applaus gefeiert, denn allen Zweiflern zum Trotz haben sie es erneut zurück auf die Bühnen der großen Konzerthallen und Arenen geschafft. Weil sie auf ihre Fans vertraut haben, und die haben sie nicht im Stich gelassen.

Ludwigshafen-Ticker