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Samstag, 19. April 2014 Drucken

Mannheim und Region

IHK: Konversion darf nicht zur Belastung werden

Die Industrie- und Handelskammer formuliert ihre Forderungen an Vertreter der Stadt Mannheim und des Gemeinderats

Mannheim. „Konversion unter ökonomischen Aspekten gestalten“ – diese Forderung richtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar an die Mannheimer Stadtverwaltung und die Stadträte.

 

Auf den Flächen, die die US-Armee hinterlässt, sehen alle Akteure Chancen, neben Wohnungen auch Gewerbe anzusiedeln. Trotzdem dürfe sich die Stadt bei der Umwandlung der ehemaligen amerikanischen Einrichtungen finanziell nicht übernehmen, so die Mahnung der IHK.

„Die Konversion darf für die Stadt nicht zu einer untragbaren Belastung werden“, sagt Gerhard Vogel, Präsident der IHK Rhein-Neckar. Der Ankauf der Flächen sei aus städtebaulicher Sicht gut gemeint, könne aber zu finanziellen Lasten führen. Wie Vogel weiter sagt, gibt es in Mannheim eine große Nachfrage nach bestimmten Wohnformen. Der Mittelstand suche oft vergeblich nach geeigneten Grundstücken, gleiches gelte für Gewerbeflächen. Diesen Defiziten müsse mit dem Verkauf von Grundstücken auf den Konversionsflächen begegnet werden, fordert Vogel, der bereits positive Ansätze auf dem Turley-Areal feststellt.

Mit seinen Aussagen deutet der IHK-Präsident auf jene grundlegende Problematik hin, der sich die Stadt mit dem plötzlichen Abzug der Amerikaner und dem unerwarteten „Geschenk“ von über 500 Hektar militärisch genutzter Flächen im Stadtgebiet gegenübersieht. Eine möglichst qualitätsvolle städtebauliche Entwicklung unter Beachtung der Wünsche von Bürgern und auch der Wirtschaft kostet viel Geld, zumal die Flächen zunächst von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft werden müssen.

Auf einen Zwischenerwerb zu verzichten und den Verkauf der Flächen allein der Bima und den „freien Kräften des Marktes“ zu überlassen, hieße, die Entscheidungsmacht über die Zukunft der Konversionsflächen ein gutes Stück weit aus der Hand zu geben. Dies wird von der Stadtspitze als nachteilig angesehen, insbesondere für jene Kasernenflächen, die für kommerzielle Zwecke schwierig zu vermarkten sind. „Turley war privat verkauft, die Entwicklung hat nicht funktioniert. Dann hat es die Stadt gekauft und heute ist es ein Vorzeigeprojekt“, so Konrad Hummel, der Konversionsbeauftragte der Stadt.

Die von der IHK aufgeworfene Frage, ob die Stadt die Konversionsflächen zunächst kaufen solle, bildete jüngst bei einer Veranstaltung, zu der auch die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats eingeladen waren, das größte Unterscheidungsmerkmal. „Bei Turley und wie es aussieht auch bei Taylor ging die Refinanzierung des Weiterverkaufs gut. Für das große Benjamin Franklin Village werden wir eine Entwicklungsgesellschaft mit privaten Investoren gründen“, kündigte dort SPD-Sprecher Reinhold Götz an. Dieses Vorgehen ist offenbar auch in den Augen von Carsten Südmersen (CDU) sinnvoll. Der Kauf sei notwendig, weil kein privater Investor für die Entwicklung der Infrastruktur sorge, betonte Gabriele Thirion-Brenneisen (Grüne). FDP und ML lehnen den als unnötig empfundenen Ankauf dagegen ab. (büg)

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