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Freitag, 08. April 2016 Drucken

Ludwigshafen: Kultur Regional

Geträumtes Leben

CD-Tipp: Liedermacher Ulrich Zehfuß und sein neues Album „Dünnes Eis“

Von Gereon Hoffmann

 

Ulrich Zehfuß. ( Foto: Privat)

„Dünnes Eis“ heißt das neue Album des Speyerer Liedermachers Ulrich Zehfuß. Musikfreunde der Region kennen ihn noch mit seiner Band Bunt. Zehn Jahre nach deren letztem Album stellt sich Zehfuß mit neuen Liedern und neuen Musikern vor. Im Mittelpunkt steht immer noch das Songwriting, es ist eingebettet in stilistisch vielfältige Arrangements.

 

„Die Luft ist frisch und rein – das kann nur Ludwigshafen sein“, singt Zehfuß in „Gerne in LU“. Humor hat er offenbar. Aber auch dieser Text hat eine gewisse Doppelsinnigkeit. Das Spiel mit verschiedenen Ebenen, mit Vordergrund und Hintergrund, mit Augenscheinlichem und Verborgenem zieht sich durch alle elf Stücke des Albums. Auch die augenzwinkernde Liebeserklärung an Ludwigshafen lässt zwischen all den Macken, die Zehfuß mit leichter Hand nachzeichnet, doch auch eine gewisse Sympathie spüren.

Es gibt starke, poetische Texte, die von ihrer Vieldeutigkeit leben. Der Titelsong „Dünnes Eis“ ist einer davon. Auch wenn die Metapher Alltagssprache geworden ist, die Art wie Zehfuß sie aufgreift und mit Details ausgestaltet, regt zur eigenen Reflexion an.

„Spargelfeuer“ ist ein Song, der vordergründig vom Verbrennen des Spargelkrauts im Herbst erzählt. Zehfuß hat das als Junge selbst erlebt, da wird seine Kindheit in unserer Region noch ganz nebenbei miterzählt. Aber im Hintergrund steht die größere Geschichte von Werden und Vergehen, vom Zerstören des Alten und dem Schaffen des Neuen. Autobiografische Züge hat vermutlich auch „Als das Leben noch nicht losgegangen war“. Da geht es um Jugend und Zukunftsträume und natürlich auch darum, dass es stets mehr Träume als realisierte Möglichkeiten gibt.

Der Sound ist bei den meisten Stücken von akustischer Gitarre und Zehfuß leiser, leicht angerauter Stimme geprägt. Drumherum ordnen die Arrangements, an denen Produzent Mathias Kiefer mitgearbeitet hat, sehr geschickt die weiteren Instrumente und Sounds an. So klingt „Als das Leben...“ mit seiner Leadgitarre ein bisschen nach gutem altem Pop-Rock. „Der Morgen“ überrascht mit einem federleichten Latin-Rhythmus, der Kontrast zu den Moll-Harmonien bringt etwas „Saudade“-Gefühl, die Melancholie des Bossa nova.

Musik und Texte sind fein verwoben, ein schönes Beispiel ist „Fern von Dir“. Da singt Zehfuß „halt mich, halt mich bitte...“, dann folgt „halt mich bitte fern von Dir“, und da kippt die Harmonie. „Kleingelebt“ klingt nach bester Brit-Pop-Ballade. Musikalisch ist das Album vielseitig. Die Liebe zum Detail, die Songwriting und Produktion auszeichnet, lässt einen die Songs immer wieder hören.

Ulrich Zehfuß wurde 1973 in Ludwigshafen geboren. Mit der Folkband Bunt veröffentlichte er sechs Alben. 2006 löste Zehfuß die Band auf. Bei den Berliner Festspielen leitete er 2015 den Meisterkurs Songwriting.

Noch Fragen?

—Ulrich Zehfuß „Dünnes Eis“, Sevenarts-Music. Digital als Download, als Platte bei Amazon und direkt unter: www.zehfuss.de

—Konzerte am 9. April, 20 Uhr, in Maria König in Ludwigshafen, am 4. Mai, 20 Uhr, im Club Ebene Eins in Schifferstadt.

 

 

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