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Donnerstag, 27. Juni 2019 Drucken

Rhein-Pfalz-Kreis

Ganz partnerschaftlich

Die CDU und die SPD wollen in der Verbandsgemeinde Maxdorf künftig zusammenarbeiten. Beide Fraktionen scheinen sich nicht unbedingt gesucht, aber dennoch gefunden zu haben. Es ist eine lose Kooperation, heißt es – und bei den ersten Entscheidungen hält die Verbindung.

Von Sven Wenzel

«Birkenheide.» Irgendwann musste Michael Schimbeno (FDP) die Frage einfach stellen – und die Irritation war ihm ein wenig anzusehen. Wer arbeitet denn hier fortan eigentlich mit wem zusammen, wollte er in der ersten Sitzung des neuen Maxdorfer Verbandsgemeinderats wissen. Wer „regiert“ hier in den kommenden fünf Jahren? Und sollte sich hier tatsächlich so etwas wie eine große Koalition zwar nicht gesucht, aber doch gefunden haben? Schimbeno blickte in Richtung der SPD.

Deren Fraktionschef Alfons Wiebelskircher zögerte mit der Antwort. Ganz so, als wollte er mit der Sprache nicht so wirklich herausrücken. Ganz so, als könne er selbst kaum glauben, was er gleich verkünden würde. „Es gab Gespräche“, setzte er an, „mit der CDU und den Grünen.“ Und letztlich sei es zu einer Vereinbarung gekommen, sagte Wiebelskircher, „für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit“. CDU und SPD machen gemeinsame Sache. Die FDP, bislang Partner der CDU, ist raus. Damit schließen sich die Verlierer der Kommunalwahl zumindest lose zusammen – die CDU als stärkste Fraktion hat elf Sitze im Rat und somit zwei weniger als bislang. Die SPD kommt noch auf acht, zuvor stellte sie zwölf Vertreter. Die FDP bleibt bei drei Sitzen, neu im Rat ist die FWG mit zwei Mitgliedern. Und die Grünen kommen auf vier Plätze.

Dass sich die beiden Großen zusammentun würden, hatte sich abgezeichnet. Das hat nicht nur Michael Schimbeno im Laufe der Sitzung registriert. „Es wurde ja bei den Beigeordneten-Wahlen ziemlich deutlich, wie die Mehrheitsverhältnisse sind“, sagte er. Den Ersten Beigeordneten stellt die CDU mit Michael Niederberger. Der 58-Jährige aus Maxdorf folgt auf Sylvia Reis (CDU). Niederberger ist seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv, setzte aber die vergangenen fünf Jahre im Verbandsgemeinderat aus. Er kam auf 21 Ja- und sechs Nein-Stimmen und wird künftig für den Fachbereich Bürgerdienste verantwortlich sein.

Die SPD schlug als weiteren Beigeordneter Dieter Grau (77) aus Fußgönheim vor. Hier zeigte sich die Zusammenarbeit von Sozial- und Christdemokraten. Denn die Grünen schickten den bisherigen Beigeordneten Oliver Nagel-Schwab (FDP) ins Rennen um den Posten. Er unterlag mit 9:16 Stimmen, bei zwei ungültigen Wahlzetteln. Grau steht nun dem Baudezernat vor. Auch beim dritten Beigeordneten wollten die „Kleinen“ der neuen Partnerschaft nicht einfach so das Feld überlassen. Die FDP nominierte Emil Koob, der das Amt seit 15 Jahren bekleidet, während die SPD Nils Max vorschlug. Der 33-Jährige kam auf 18, Koob auf neun Stimmen. Bürgermeister Paul Poje (CDU) verabschiedete die „treue Seele“, betonte zugleich jedoch, dass seine Tür im Rathaus für Koob immer offen stehen werde.

Die ersten Entscheidungen hat die Gemeinschaft aus CDU und SPD im Verbandsgemeinderat getragen. Dennoch machte Wiebelskircher deutlich, dass die Zusammenarbeit nicht auf diese Beiden beschränkt ist. Zugleich appellierte er, „menschlich und fair miteinander umzugehen“. Dabei blickte er zu den neuen Ratsmitgliedern – sprich: zu den Grünen.

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