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Freitag, 12. Oktober 2018 Drucken

Ludwigshafen

GAG stoppt Bürgerhof-Projekt

Grund: Zu hohe Kosten – Kritik von Ortsvorsteher Heller

Um diese Gebäude geht es beim Bürgerhof-Projekt.

Um diese Gebäude geht es beim Bürgerhof-Projekt. ( Archivfoto: mix)

Das kommunale Wohnbauunternehmen GAG hat drei Neubauvorhaben gestoppt, mit denen die Ludwigshafener Innenstadt aufgewertet werden sollte – darunter auch das Bürgerhofprojekt. Grund: Die Kosten seien durch die Baukonjunktur zu hoch.

Die GAG hatte geplant, den seit zwei Jahren leer stehenden Gebäudekomplex am Knödelbrunnen in der Bismarckstraße 70-74 abzureißen und ein neues Entrée für den Bürgerhof zu schaffen (wir berichteten). Eigentlich hätten die Arbeiten dafür dieser Tage starten sollen. Doch der Neubau von zwei Häusern mit 36 Wohnungen und drei Gewerbeflächen ist auf Eis gelegt worden.

„Die Kosten liegen zirka 20 Prozent über der ursprünglichen Kalkulation“, sagt GAG-Chef Wolfgang van Vliet. Ursache sei die gute Baukonjunktur. Handwerker seien nur noch zu überhöhten Preisen zu bekommen. Ungeachtet dessen hatten sich die Kosten für das Bürgerhof-Projekt aufgrund baulicher Probleme schon von zwölf auf 14 Millionen Euro erhöht. Van Vliet: „Wir müssen tiefer in den Untergrund, weil dort mit Kies gefüllte Hohlräume sind. Das macht alles teurer.“

Dadurch und durch die Preisvorstellungen der Handwerksfirmen sei das ursprünglich geplante Projekt nicht mehr wirtschaftlich vertretbar. „Wir müssten nach dem Bau der Häuser Mietpreise verlangen, die wir dort nicht bekommen würden“, sagt van Vliet. Die GAG überlege sich mit der Stadt daher ein neues Konzept. Denkbar wäre der Bau von öffentlich geförderten Sozialwohnungen in höheren Gebäuden. „Da ist aber noch nichts entschieden“, meint van Vliet. Einen Zeitpunkt, wann es im Bürgerhof weitergehen soll, nannte der Vorstand nicht.

Die GAG wird außerdem auch einen geplanten Neubau in der Ludwigstraße 42 wegen der aktuellen Preisentwicklung nicht realisieren. Das Grundstück soll verkauft werden. Ein Wohnhausbau auf einer unbebauten Fläche an der Ecke Benckiser-/Heinigstraße soll ebenfalls vorerst nicht kommen.

Die Absage an das bisherige Bürgerhof-Projekt und die beiden anderen Neubauten sorgt für heftige Kritik von Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU): „Das ist das schlimmste Signal, was die GAG an Investoren senden kann.“ Der Ortsvorsteher fordert von der GAG, in die City zu investieren und damit ihrer Verantwortung als kommunales Unternehmen gerecht zu werden. Van Vliet weist die Kritik zurück: „Wir lassen die City nicht im Stich.“ |mix

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