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Mittwoch, 15. August 2018 Drucken

Ludwigshafen

Frauen an der Gitarre

Im Ensemble Gitarristas spielen ausschließlich Mitglieder des weiblichen Geschlechts – Jubiläumskonzert

Von Mechthild Möbus

Musik verbindet: die Gitarristas (hier 2017 in der Stadthalle Speyer) in Aktion.

Musik verbindet: die Gitarristas (hier 2017 in der Stadthalle Speyer) in Aktion. ( Foto: Petra Steinbacher/frei)

«Dudenhofen.» Vor zehn Jahren wurde aus einer Idee Wirklichkeit: Die Speyererin Jutta Keller gründete 2008 das erste Frauen-Gitarrenensemble Deutschlands. In diesem Jahr feiern die rund 20 Mitglieder der Gitarristas den runden Geburtstag ihres Ensembles. Wer dieses in einem Konzert erleben möchte, hat dazu am Freitag, 17. August, zum Abschluss des Kultursommers in Dudenhofen Gelegenheit.

Auf den Konzertbühnen – ob Klassik, Jazz, Pop oder Rock – wurden und werden Gitarren meistens von Männern gespielt. Mehr Frauen an das Instrument zu bringen, war deshalb Wunsch und Ziel von Jutta Keller, die selbst seit ihrem neunten Lebensjahr Gitarre spielt. „Ich wollte das Instrument für Frauen sichtbar machen und Vorbilder schaffen“, war ihr Anliegen, das sie vor rund zehn Jahren – nach 25 „Lehr- und Wanderjahren“ im Rhein-Main-Gebiet, in Spanien und den Niederlanden – in ihrer Heimat Speyer umsetzen konnte. Dabei sei bereits die Resonanz auf Gitarrenkurse für Frauen, die die Musikpädagogin anbot, groß gewesen. „In den Kursen gab es nach etwa einem Jahr die Frage, ob man nicht auch mal auftreten könne“, erinnert sich Keller an die Anfänge. Diesen Gedanken setzte sie dann in die Tat um und gründete die Gitarristas, „damals das erste Gitarrenensemble für Frauen in Deutschland“.

Mittlerweile tritt das Ensemble mehrmals im Jahr auf, hat unter anderem einige große Konzerte vor mehreren hundert Zuhörern bestritten, aber auch Auftritte in kleineren Räumen wie etwa im Hospiz Elias – jeweils immer vor einem begeisterten Publikum, wie Keller aus Rückmeldungen weiß.

Der spanisch klingende Name „Gitarristas“ verrate eigentlich auch schon viel über das Repertoire, meint die Leiterin mit einem Schmunzeln. „Der Großteil der Stücke stammt aus der klassischen spanischen Musik.“ Und darüber hinaus sind inzwischen einige Stücke dazugekommen, die Keller selbst für das Ensemble komponiert hat.

Das Bemerkenswerte an dem Ensemble ist auch dessen Zusammensetzung: „Inzwischen machen in unserem Ensemble drei Generationen zusammen Musik.“ Das Lebensalter reicht tatsächlich von 15 Jahren bis Ende 60. „Man muss nicht jung sein, um ein Instrument zu lernen“, weiß Keller nach 35 Jahren Unterrichtstätigkeit. Und so ist auch der Einstieg ins Ensemble gar nicht so schwer: „Notenkenntnisse und zwei Jahre Spielpraxis auf der Gitarre sind meist ausreichend.“

Die Gitarrenspielerinnen kommen aus der ganzen Vorderpfalz immer donnerstags zu den Proben. „Die Frauen haben viel Spaß beim Spielen“, erzählt die Leiterin. Die Musik verbinde nicht nur, sondern schaffe auch eine entspannte, wertschätzende Atmosphäre, „denn Musik kann auch eine gute Meditation sein“. Auch wenn die Frauen hochkonzentriert bei den Proben sind, sei der Abend doch auch ein Ausgleich zum oft stressigen Alltag. Dabei ist das Ensemble keine feste Gruppe, sondern verändert sich immer wieder. So sind zwar noch vier Gründungsmitglieder mit dabei, andere spielen nur eine gewisse Zeit mit. „Das Ensemble“, sagt Keller, „ist ständig in Bewegung.“

Termin

Die Gitarristas, Finissage des internationalen Dudenhofener Kultursommers, Freitag, 17. August, 19.30 Uhr, Festhalle

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