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Freitag, 18. Januar 2019 Drucken

Mannheim und Region

Flug durch die Fasnacht

Beim Weißen Ball der Großen Carnevalgesellschaft Feuerio tritt Mannheims neuer Stadtprinz Dirk Berger ins Scheinwerferlicht

Von Heike Warlich-Zink

«Mannheim.» Obwohl reich mit Fasnachts- und Bühnenerfahrung gesegnet, ist der Auftritt, den Dirk Berger morgen Abend vor sich hat, ein für ihn bislang einmaliges Erlebnis. Der 41-Jährige tritt beim Weißen Ball im Mozartsaal des Rosengartens als „Dirk II. von Cosmopolitanien“ erstmals als Prinz des Großen Feuerio, der Stadt Mannheim und der Kurpfalz ins Rampenlicht.

„Lampenfieber ist da, und das gehört auch dazu“, sagt er. Die große Treppe langsam und sicher Stufe für Stufe hinunter zu schreiten, sei für jeden Prinz Höhepunkt und Herausforderung zugleich. „Dass dieses wichtige gesellschaftliche Ereignis in der Region dieses Mal zu meinen Ehren stattfindet, berührt mich schon sehr“, erzählt er. Auf die Frage, wie dieser erste große Auftritt denn aussehen wird, verrät er zumindest so viel: „Ich liebe Märchen und ich bin ein Disney-Fan. Davon inspiriert wird es morgen schon ein kleines bisschen märchenhaft werden.“ Das Outfit wird dazu maßgeschneidert und entsprechend glanzvoll sein. Als ebenfalls aufwendig, aber nicht übertrieben und verschieden kombinierbar beschreibt der Prinz sein Zweitoutfit. Die Kampagne ist schließlich lang.

Dirk Berger ist in Mannheim geboren, in Schwetzingen und Ketsch aufgewachsen. In der Enderlegemeinde lebt er noch heute, wenngleich er familiär bedingt schon in der Jugend zwischen Kurpfalz und den Vereinigten Staaten pendelte. Dadurch entdeckte er sein Faible für die Fliegerei und fürs Reisen. Seine Hoheit liebt die Kurpfalz ebenso wie die große weite Welt, wie sich unschwer aus seinem Beinamen ablesen lässt. Die KG Narrhalla Ketsch bezeichnet er als seine fasnachtliche Heimat. Dort ist er seit dem Jahr 2010 Präsident, regierte in der Kampagne 1999/2000 gemeinsam mit Jennifer I. als Prinzenpaar und engagierte sich als Bühnenbildner, Showtänzer, Moderator, Elferrat, Gardeminister und Vizepräsident. Eine Bilderbuchkarriere in Sachen Fasnacht, die er nun mit der närrischen Regentschaft über Mannheim und die Kurpfalz krönt. Zugleich will er sein Amt nutzen, um Gutes zu tun. Er unterstützt mit dem ASB-Wünschewagen eine Herzensangelegenheit. „Geld zu sammeln, ist mir das eine, Publicity für dieses ehrenamtliche Projekt zu machen, das zweite wichtige Anliegen“, sagt er.

Im richtigen Leben war Berger nach der Fachhochschulreife in der Krankenpflege tätig und blieb dieser Aufgabe auch viele Jahre treu. Wenngleich in Teilzeit, denn zwischenzeitlich hatte er sich erfolgreich als Flugbegleiter beworben. Die Ereignisse des 11. September 2001 ließen ihn intensiv über eine berufliche Umorientierung nachdenken, und er schrieb sich am Pädagogischen Fachseminar ins Lehramt für Bildende Kunst ein. „Mein Herz hing doch zu sehr an der Fliegerei“, erklärt er, warum er nicht im Schuldienst gelandet ist. Allerding habe die pädagogische Ausbildung den Impuls gegeben, neben der aktiven Fliegerei fliegendes Personal in Kabine und Cockpit zu schulen. Seine Erfahrung in der Schauspielerei, die er halbprofessionell mit seinem „Rampenlicht“-Ensemble betreibt, gibt er als ehrenamtlicher Jugendbegleiter an einer Gemeinschaftsschule ebenfalls an andere weiter.

Ziemlich viel, was seine Seine Hoheit da um die Ohren hat. Doch in den nächsten Wochen soll der Fokus ganz auf Gott Jokus liegen. Sicherlich ganz im Sinn von Daniela Ströbel, die als Daniela I. seit Mitte November allein regiert. „Vom Prinzen wünsche ich mir nur, dass er genauso viel Spaß an der Kampagne hat wie ich selbst. Und wenn nicht, dann werde ich ihn mir schon entsprechend ziehen“, hatte die Stadtprinzessin damals verkündet. Die Replik des Prinzen: „Bei so viel geballter Erfahrung in Sachen Fasnacht, die sowohl Daniela als auch ich mitbringen, gehe ich sehr davon aus, dass gegenseitige Erziehungsmaßnahmen nicht nötig sind.“

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