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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Ludwigshafen

Fluchterfahrungen verarbeitet

Ausstellung „Himmlische Sternbilder“ mit Werken von geflüchteten Kindern im Hack-Museum eröffnet

Von Patricia Meier-Sydow

und Simon Gruber

Die Bilder der Schüler machen die Besucher nachdenklich.

Die Bilder der Schüler machen die Besucher nachdenklich. ( Foto: KUNZ)

„Kunst tut gut“ – aus dieser Überzeugung und einem gleichnamigen Projekt ist die neue Ausstellung „Himmlische Sternbilder“ entstanden, die seit Dienstag im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum gezeigt wird. Zu sehen sind 19 Bilder von Kindern der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim. Die Künstler im Alter zwischen elf und 15 Jahren kommen aus verschiedenen Teilen der Welt, zum Beispiel aus Afghanistan, Syrien, Turkmenistan, Albanien und Bosnien.

Das Konzept lautete: Die Jugendlichen sollten beim gemeinsamen Malen belastende Erfahrungen verarbeiten, die sie auf ihrem Weg, auf ihrer Flucht nach Deutschland gemacht haben. Das Bild von Hadia Jafari zum Beispiel zeigt einen bunten Tannenbaum. „Ich liebe Weihnachten“, erklärt die zwölfjährige Schülerin, die vor vier Jahren aus Afghanistan nach Deutschland kam. Ihr Werk hängt neben 18 weiteren ausgesuchten Bildern in einem kleinen Raum des Museums. Zusätzlich beleuchtet ein Film die Entstehung der Bilder und die Arbeit in der Gruppe. Das habe ihr besonders gefallen, erklärt Jafari. Auch dass sie malen durfte, was sie wollte.

Dies sei auch der Ansatz des Projekts gewesen, erklärt Pädagogin Ulrike Matt, die den Kurs gemeinsam mit Stefan Seepe geleitet hat. Beide sind von der Beratungsstelle der Stadt für Kinder, Jugendliche und Eltern, die den Kurs bereits zum dritten Mal in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Hack-Museum und der Adolf-Diesterweg-Schule angeboten hat. Seit Oktober 2018 kamen die Schüler ein Mal pro Woche ins Museum, um sich die Ausstellungen anzuschauen und selbst Bilder zu malen. Auch der zwölfjährigen Razia Qayomi hat das Malen sehr viel Spaß gemacht. „Ich konnte kaum aufhören“, erzählt sie über ihr Bild „Mondbaum“. Sie ist bereits seit drei Jahren in Deutschland und stammt aus Afghanistan.

„Unser Ansatz ist, dass wir nicht aktiv nachfragen“, sagt Matt über den Umgang mit den Kindern. Es sei heilsam, die inneren Bilder, die durch das Betrachten der Werke im Museum hervorgerufen werden, aufs Papier zu bringen. So könnten diese besser verarbeitet werden. Auch der Titel der Ausstellung sei von den Kindern gewählt worden.

Für das Projekt ausgewählt wurden die Teilnehmer von Linda D’Amelio, Lehrerin eines Deutsch-Intensivkurses. Sie habe gezielt Schüler angesprochen, die oft in der Pause malen und ausreichend Deutsch sprechen, um das Projekt zu verstehen. Wichtig sei die Integration der Kinder in ein Umfeld außerhalb der Schule.

Schuldirektorin Elke Kühn bemerkte, dass die Kinder durch die Arbeit selbstbewusster geworden seien. Auch Seepe freute sich über den Erfolg des Projekts. Er lobte die sprachlichen Fortschritte, die er bei den Kindern von Woche zu Woche beobachten konnte. Nils erklärt

Termin

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 3. März, im Hack-Museum zu sehen.

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