Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Mannheim und Region

Baumarkt, Möbelhaus und Sportzentrum

Der Stadt Mannheim gehört nun das gesamte Gelände der ehemaligen Benjamin-Franklin-Kaserne – Gewerbe mit viel Grün geplant

Von Gerhard Bühler

Derzeit leben nur noch wenige Flüchtlinge im Columbus-Quartier. Bald rücken hier die Bagger an.

Derzeit leben nur noch wenige Flüchtlinge im Columbus-Quartier. Bald rücken hier die Bagger an. ( Foto: KUNZ)

«Mannheim.» Die Entwicklung des neuen Mannheimer Stadtteils Franklin kann weitergehen. In einem symbolischen Akt haben gestern Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) das Columbus-Quartiers an die Stadt übergeben. Das 25 Hektar große langgestreckte Areal zwischen der B 38 und der Birkenauer Straße war Teil der ehemaligen amerikanischen Militärsiedlung Benjamin Franklin Village. Im Zuge der Umgestaltung der B 38 zur Stadtstraße soll dort ein neues Gewerbegebiet entstehen.

Während sich andere Teilflächen des insgesamt 144 Hektar großen neuen Stadtteils Franklin bereits in eine riesige Baustelle verwandelt haben, sieht es in Columbus an der B 38 fast noch aus wie zu Zeiten der Amerikaner. Nebeneinander aufgereiht stehen 29 große Wohnblocks, in denen einst die einfachen Dienstgrade der US Army lebten.

Ende 2015 war die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP nach langen Verhandlungen dabei, das gesamte Gelände von der Bima zu erwerben. „Dann bekam ich einen Anruf, dass der Vertrag nicht zustande kommt“, berichtet Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Grund war die damalige Flüchtlingswelle, die über das Land schwappte und die verzweifelte Suche der Bundesbehörden nach Unterkünften. Etwas später lebten hier zeitweise bis zu 10.000 Asylbewerber.

Unterzeichnet wurde der Kaufvertrag aber doch noch. Als Lösung vereinbarte man die gestaffelte Übergabe der fünf Teilflächen. So lebten auf Columbus als letzter Teilfläche in Besitz des Bundes bis vor Kurzem noch eine Anzahl Asylsuchender der Landeserstaufnahmestelle. Zurzeit sind in drei Gebäuden noch dauerhafte „kommunale“ Flüchtlinge untergebracht. Dazu gibt es hier noch 400 Studenten der Bundeswehrakademie in einem Wohnheim mit fünf Gebäuden. Sie sollen dort wohnen, bis ein Neubau in Neuostheim fertig ist.

„Wir sind mit allem gut im Plan“, sagt Kurz. Auch Michael Scharf als Vertreter der Bima lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Wie es weitergehen soll, skizziert MWSP-Geschäftsführer Achim Judt so: „Unser Ziel ist eine gewerbliche Fläche, die anders ist als üblich. Mit viel Grün, so ähnlich wie in Taylor.“ Acht bis zehn Hektar Grün soll entstehen. Dazu soll es eine Fuß- und Radweg-Brücke zum Stadtteil Vogelstang geben. Grundlage sei der Siegerentwurf eines Pariser Büros, der aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen ist.

Die Bauplanungen seien schon angelaufen, in engem Zusammenhang mit dem Umbau der B 38 zur Stadtstraße, informiert Judt. Entlang der Bundesstraße sind große Bauten vorgesehen. Einziehen sollen ein Bauhaus-Baumarkt sowie das Möbelhaus Segmüller. Dazu gebe es Verhandlungen über den Bau eines Trainingszentrums für die Nachwuchs-Eishockeyer „Jungadler“. Damit wären schon drei Viertel der Flächen von Columbus vermarktet, schätzt der MWSP-Geschäftsführer. Bauhaus wolle Anfang 2020 mit dem Bau beginnen. „Insgesamt 39 Gebäude werden in Columbus abgerissen“, kündigt er an. Noch im Frühjahr soll es losgehen. Nur das Wohnheim der Bundeswehr am südlichen Ende bleibt davon zunächst ausgespart. Da sich genau hier Segmüller niederlassen will, muss das Möbelhaus noch etwas länger warten.

Ludwigshafen-Ticker