Landau Zur Sache: Das Synagogen-Mahnmal

In der ersten Sitzung des Bauausschusses nach der Sommerpause will Baudezernent Maximilian Ingenthron (SPD) Anfang September seine Überlegungen für die Neugestaltungen des Synagogen-Mahnmals vorstellen und diskutieren lassen. Er plant zudem eine Gesprächsrunde mit Bürgern, um weitere Anregungen aufnehmen zu können. Wie berichtet (Ausgabe vom 15. November 2015) hatte Ingenthron noch als SPD-Fraktionsvorsitzender beantragt, das Mahnmal aus seinem Schattendasein herauszuholen. Der Stadtrat war einstimmig dafür. Die Grünen hatten allerdings zur Bedingung gemacht, dass die 1978 daneben gepflanzte Zeder nicht angetastet werden dürfe. Dem hatte sich der Bauausschuss im Frühjahr mehrheitlich angeschlossen (Ausgabe vom 6. April 2016). Dazu steht Ingenthron, auch wenn er ursprünglich andere Pläne hatte. Nach seinen Angaben gibt es einen ersten Gestaltungsvorschlag seiner Arbeitsgruppe, der Sabine Klein, die Leiterin der Grünflächenabteilung, Ralf Bernhard, Leiter der Abteilung Mobilität, und Christine Kohl-Langer, die Leiterin des Stadtarchivs, angehören. Details will Ingenthron nicht nennen, bevor dieser Vorschlag nicht intern abgestimmt ist. Gesetzt ist, dass das Mahnmal nicht verschoben wird, obwohl es nicht exakt am Standort der 1938 angezündeten Synagoge steht. Ingenthron strebt eine eher schlichte Umgestaltung an, die vor allem dadurch wirken soll, dass das Mahnmal besser sichtbar sein wird. Dazu trägt bei, dass zwischen zwei Armen des neuen Kreisels eine kleine Fläche entsteht, die deutlich größer als der bisherige Bürgersteig beim Mahnmal sein wird. Außerdem soll Strom verlegt werden, damit das Mahnmal zeitweise beleuchtet werden und eine Lautsprecheranlage für die Gedenkveranstaltungen angeschlossen werden kann. Das Mahnmal soll nicht um weitere Elemente ergänzt werden, wie dies der Landauer Bürger und Baumfreund Ernst Dumröse angeregt hat. Er hatte ein in Metall gegossenes Modell der Synagoge vorgeschlagen. Ingenthron will dagegen nur mit einer Erläuterungstafel arbeiten. „Wir sollten den Platz nicht zustellen mit diesem und jenem.“ Um den zerstörten Bau ansatzweise sicht- und fühlbar zu machen, möchte Ingenthron aber einige wenige Steine aus der Umfassungsmauer des Savoyenparks in der Xylanderstraße entnehmen lassen, die die Nationalsozialisten mit den Steinen der Synagoge errichtet hatten. Zudem ist eine Sitzgelegenheit vorgesehen. Und schließlich denkt der Bürgermeister auch über eine Neubenennung des kleinen Platzes nach, nicht als Postanschrift, wohl aber als Erinnerung. Dazu werde er in Kürze einen Vorschlag machen, so Ingenthron. „Synagogenplatz“ ist damit nicht gemeint. |boe

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