Landau
Wollmesheimer Ehepaar wartet seit Monaten auf Förderung der Energieagentur
Den eigenen Strom auf dem eigenen Dach zu produzieren, ist nicht erst seit „Fridays for Future“ Trend. Photovoltaikanlagen gehören längst zum Alltag. Auch Ute und Erich Clemens aus Wollmesheim wollen künftig Sonnenenergie nutzen, um selbst Strom zu erzeugen. Das Ehepaar will außerdem einen Stromspeicher kaufen. Dieser speichert die Energie, sodass auch dann Solarstrom genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint. Eine Investition, für die seit kurzem Fördermittel beantragt werden können.
Seit Oktober vergangenen Jahres fördert das Land Rheinland-Pfalz nämlich Privathaushalte und Kommunen, die zusätzlich zu einer neuen Solaranlage einen Stromspeicher kaufen. Bürger etwa erhalten 100 Euro pro Kilowattstunde Speicherleistung, maximal jedoch 1000 Euro. Der Höchstsatz für kommunale Anlagen beträgt 10.000 Euro. Das Umweltministerium hat in seine „Solar-Offensive“ fünf Millionen Euro gepackt. Am 20. November 2019 haben die Wollmesheimer einen Zuschuss beantragt.
Verspätete Rückmeldung
Die Eingangsbestätigung der Energieagentur Rheinland-Pfalz, die das Programm abwickelt, erreichte sie jedoch erst am 16. Januar. Ein Anruf bei der Agentur in Kaiserslautern verlief laut Clemens unbefriedigend. „Die Mitarbeiterin konnte überhaupt keine Angaben machen, bis wann der Antrag bearbeitet sein wird. Es war die Rede von bis zu einem halben Jahr“, sagt der Wollmesheimer. „Dies ist für unsere weitere Planung extrem ärgerlich, weil wir keinen Auftrag erteilen können, solange die Zustimmung der Energieagentur noch aussteht.“ Denn Geld gibt es nur, wenn der Kauf nach der Bewilligung des Antrags erfolgt.
Clemens spricht von einer inakzeptablen Warteschleife. „Das Ärgerliche daran ist, dass das Land Versprechungen macht, die so hinausgezögert werden, dass sie vielleicht gar nicht realisiert werden können. Oder dass es durch die Verzögerung zu einem Verlust bei der Gewinnung von Solarenergie kommt.“
Überraschend viele Anträge
Tatsächlich räumt die Energieagentur Engpässe bei der Bearbeitung ein. Auf der Homepage heißt es: „Die eingegangenen Anträge sollten bereits ab Anfang November bearbeitet werden. Eine Verzögerung entstand dadurch, dass die geforderte Leistungsabgabe der PV-Anlage am Netzanschlusspunkt erhöht und die dementsprechende Vorgabe in der Verwaltungsvorschrift angepasst wurde.“ Da dies zu einer Besserstellung der Antragsteller führte, habe man diese Änderung abgewartet. Auch ist in dem Schreiben von überraschend vielen Anträgen die Rede. War die Agentur schlecht vorbereitet?
„Die Erfahrung aus den bisherigen Projekten hat gezeigt, dass am Anfang in der Regel eine Beratungsphase steht“, antwortet Dagmar Schneider, Pressesprecherin der Energieagentur, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Bei ihnen seien aber direkt nach dem Start des Programms im Oktober schon die ersten Anträge eingegangen. „Der Strom an Anträgen riss gar nicht mehr ab.“ Man habe nach Personal gesucht, was Zeit erfordert habe. Im Februar seien drei neue Mitarbeiter eingestellt worden.
Laut Homepage der Energieagentur sind 1038 Anträge eingegangen, davon wurden bis Ende Februar 436 bearbeitet. Um die Bearbeitung zu erleichtern, hat die Agentur Online-Anträge eingerichtet. Nun müssen die Daten nicht mehr von Hand erfasst werden. Weitere Verbesserungen sind angekündigt.