Kommentar Wohnungssuche: Schlechtes Timing

Ein Mann telefoniert am Fenster eines Wohncontainers einer Erstaufnahmeeinrichtung.
Ein Mann telefoniert am Fenster eines Wohncontainers einer Erstaufnahmeeinrichtung.

Die Bitte der Stadt Landau um Wohnraum für Asylbewerber kommt eigentlich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Doch sie bietet auch die Chance, verhärtete Fronten aufzubrechen.

Landau hat eine Zweckentfremdungsverbotssatzung beschlossen, um Wohnraum zu aktivieren. Jetzt bittet die Stadt um Hilfe beim Bereitstellen von Wohnraum für Asylbewerber. Das sind zwei Seiten derselben Medaille.

Trotzdem ist die Außenwirkung problematisch: Erst werden Immobilienbesitzer mit Leerständen von der Linken-Fraktion im Stadtrat als niederträchtig beschimpft (was man nicht in jedem Fall als falsch bezeichnen würde), dann werden sie per Satzung unter Druck gesetzt und nun angebettelt. „Jetzt mag ich gar nicht mehr“, könnte der eine oder andere denken und auf Tauchstation bleiben.

Er oder sie könnte aber auch das Gegenteil tun und seine Problemwohnungen anbieten. Dann kann die Verwaltung selbst sehen, wo die Schwierigkeiten liegen und entscheiden, ob sich das Nutzbarmachen lohnt. Vielleicht ist das der Einstieg in einen versöhnlichen und notwendigen Dialog.

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