Landau Wochenspiegel:

Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich auf eine Stelle und müssen dann mehr als eineinviertel Jahr warten, bevor Sie erfahren, ob Sie den Job kriegen oder nicht. Nun, im Öffentlichen Dienst ticken die Uhren anders. Da gibt es kein Vertun, solche Vorgänge brauchen ihre Zeit. Ob es wem gefällt oder nicht. Ein Paradebeispiel deutscher Bürokratie, so wettern Insider, seien die Neubesetzungen der drei Direktorenstellen an den Gymnasien OHG, MSG und ESG in Landau. Im März 2014 ausgeschrieben, ist nicht bekannt, ob die Bewerber noch vor Beginn der Ferien Ende Juli Gewissheit haben werden. Im Oktober und November ging das Schaulaufen vor den „Gutachtern“, sprich Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und Schulträgerausschuss, über die Bühne. Bis April nahm sich die Schulaufsicht Zeit, die Ergebnisse zu prüfen. Seitdem wird das Papier durchs Land getragen. Eine Zerreißprobe. Damit ist kein Staat zu machen. Früher hat man sich Trophäen an die Wand überm Kamin genagelt, dann Pokale aufs Wandbord gestellt. Heute sammelt man Zertifizierungen und Auszeichnungen, oder besser: Awards. So ein Dings hat jetzt auch die Stadt Landau eingeheimst, wie der Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart (CDU) mitteilt: Landau wird mit dem „eTown Award 2015“ ausgezeichnet. Google und das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln haben die digitalsten Städte in den zehn Postleitzahlengebieten ermittelt und die Sieger zu „eTowns“ gekürt. Wie sie das gemacht haben, ist nicht so recht verständlich. Irgendwie geht’s um die Frage, wo Unternehmen am intensivsten aufs Internet als Wachstumsmotor setzen. Das hört sich vor dem Hintergrund, dass in Landau das Breitbandnetz noch erhebliche Lücken aufweist, recht erstaunlich an. Aber wahrscheinlich geht’s eh nur darum, dass der Begriff Google in der Zeitung vorkommt. Mist, drauf reingefallen. Seit Mittwoch gibt’s im Landauer Reptilium eine ganz schön haarige Bewohnerin: eine Vogelspinne. Doch das Tierchen wurde dort nicht geboren – es hat schon eine kleine Reise hinter sich: Es wurde in einem Päckchen (!) entdeckt, das beim Zoll in Speyer gelandet war. „Lebende Tiere“ stand auf der Sendung. Irgendein Spinner aus der Schweiz wollte die Spinne an irgendeinen weiblichen Spinnenfan aus Baden-Württemberg schicken. Da aber die Ausfuhrgenehmigung fehlte, wurde das rot-schwarz-behaarte Tier kassiert – und flugs zu den Spinnen-Experten nach Landau gebracht. Wie’s nun weitergeht? Das ist noch ungewiss. Wenn die Empfängerin die Papiere nachreicht, darf sie die Vogelspinne abholen und mit ihr anstellen, was sie will. Wenn nicht, dann entscheidet das Bundesamt für Naturschutz, ob die Frau ein Bußgeld zahlen muss. Vielleicht darf das haarige Ding ja dann in der schönen Südpfalz bleiben.