Karikatur der Woche Von Kardinaltugenden und neuen Bücherschränken

Der Name bleibt.
Der Name bleibt.

Sagen wir es mal so: Beim Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche gibt es noch Luft nach oben. Da wird, so scheint’s, auch einfach auf Zeit gespielt. Besonnenheit gehört zwar zu den sogenannten Kardinaltugenden, der Begriff wird aber bisweilen arg gedehnt. Immerhin: Die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt wollte das reichlich spät gestartete Missbrauchsgutachten des Bistums Speyer nicht mehr abwarten, sondern hat sich zu einer Lösung im Fall des Kardinal-Wetter-Platzes durchgerungen. Einer Lösung, die protestantische Kirchenkreise auch bei der Hans-Stempel-Straße in Landau vorschlagen: Namen belassen, um Geschichte nicht auszuradieren, aber Zusatzinfos liefern, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann. Das ist vermutlich Wasser auf die Mühlen jener Hindenburg-Fans, die im Reichskanzler nur den Retter vor den russischen Horden und in Kohl-Larsen einen reinen Völkerkundler sehen. Wir freuen uns jetzt schon auf die vielen neuen Bücherschränke mit wissenschaftlicher Literatur im Stadtgebiet.

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