Landau Veterinäramt muss 45 Kaninchen unterbringen

Drei der beschlagnahmten Kaninchen.
Drei der beschlagnahmten Kaninchen.

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße hat einem Privathaushalt wegen schlechter Haltung 45 Kaninchen weggenommen und vorübergehend auf einem Bauernhof in Landau untergebracht.

[Aktualisiert: 18 Uhr]Doch das konnte nur eine Zwischenlösung sein. Mit einem Aufruf ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, die zwischen wenigen Wochen und einem Jahr alten Tiere an neue Halter zu vermitteln, teilt die Kreisverwaltung mit. Ein Teil der Tiere sei bereits abgeholt worden, die restlichen sollen in den kommenden Tagen vermittelt werden – genauer: bis Montag.

Befürchtungen aus Leserkreisen, dass die Tiere wegen überlasteter Tierheime nach 14 Tagen geschlachtet werden müssten, wenn sich niemand für sie finden sollte, sind nicht zutreffend, teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Nach ihren Angaben hatten sie selbst und der Landwirt, bei dem die Tiere untergebracht sind, eine Vermittlungsanzeige verbreitet – mit durchschlagendem Erfolg. Nach Angaben der Kreisverwaltung haben sich weit über die Kreisgrenzen hinaus Tierschutzvereine, Tierheime und Privatpersonen gemeldet, um Tiere aufzunehmen. „Unser Veterinäramt arbeitet nun alle Anfragen gemeinsam mit dem Landwirt ab, wo die Kaninchen derzeit untergebracht sind“, berichtet Landrat Dietmar Seefeldt. Er bedankt sich bei allen, die sich dafür eingesetzt haben, den Tieren ein gutes neues Zuhause zu vermitteln.

Fund bei Routinekontrolle

Die Kaninchen waren bei einer routinemäßigen Kontrolle des Veterinäramtes in einer Wohnung im Kreis Südliche Weinstraße gefunden worden. Sie wurden in Wohnräumen gehalten. Vier der Kaninchen hatten Schnupfen, der bereits erfolgreich behandelt wurde. Drei Tiere verstarben beziehungsweise mussten eingeschläfert werden. Sie zeigten Symptome des Parasiten Encephalitozoon cuniculi. Dabei handelt es sich um eine verbreitete Infektionskrankheit bei Kaninchen, einen Einzeller, der Nase, Gehirn und andere Organe befällt. Das Problem dabei: Der Erreger kann auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu schaffen machen, weil er Lungenentzündungen, Entzündungen der Nebenhöhlen, Nierenentzündungen, Gelbsucht und Bauchfellentzündungen auslösen kann.

Noch ist nicht geklärt, ob es sich um einen Fall von animal hoarding handelt, womit das krankhafte Sammeln von Tieren gemeint ist. Der beim Gesundheitsamt angesiedelte sozialpsychiatrische Dienst wurde einbezogen, um den Fall zu prüfen, teilt die Kreisverwaltung abschließend mit. Weitere Tiere waren nicht gefunden worden.

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