Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Sven Kochs Forderungen an die Landespolitik: Weniger Bürokratie, mehr Vertrauen

Sven Koch vor der Villa Wieser in Herxheim. Seit 2007 ist er CDU-Mitglied.
Sven Koch vor der Villa Wieser in Herxheim. Seit 2007 ist er CDU-Mitglied.

Sven Koch ist seit zwei Jahren Mitglied des Landtags. Sein Wahlkampf ums Direktmandat zeigt Humor und Haltung. Der Christdemokrat tritt gegen ein Schwergewicht an.

Dass nun ausgerechnet der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat der SPD, Ministerpräsident Alexander Schweitzer, in seinem Wahlkreis 49 zur Wahl steht, macht Sven Koch nicht nervös. Es sei klar, dass er einen schwierigen Stand habe, räumt er ein. Aber er trete nicht gegen Schweitzer an, sondern werbe mit Freude und großem Engagement für sich und seine Arbeit in der Region.

Seine Parteifreunde haben Koch den Listenplatz 33 zugeschrieben – der Regionen- und der Geschlechterparität geschuldet, wie Koch anmerkt. Claudia Braun aus Edesheim hat im Wahlkreis 50 einen sichereren Platz 16. Derzeit zählt die CDU-Fraktion im Landtag 31 Mandate. Je nach Wahlausgang könnte es also eng werden für den 39-Jährigen aus Herxheim. Daher zählt für ihn jede Erststimme.

Originelle Wahlplakate: Kreativität im Wahlkampf

Kochs Wahlplakate heben sich deutlich von anderen ab. Sie sind originell und auch pfiffig gestaltet. Beispiele: Mal umarmt er mit Armen und Beinen frei hängend einen Baum – Ausdruck dafür, wie sehr er am Wald hängt. Mal posiert er in Opernsängermanier vor einem Piano zum Spruch „Ohne Kultur ist alles Hurz“, inspiriert von Hape Kerkelings berühmtem Sketch. Oder er springt in Klamotten ins frisch sanierte Herxheimer Freibad, auf dem Plakat prangt dazu der Spruch „Baden können statt Baden gehen“.

Alles hat einen Bezug zu Koch und zur Heimat. Selbst stolzer Besitzer von zwei Hektar Wald, liegt ihm das Ökosystem Wald am Herzen. Der passionierte Wanderer und Jakobspilger schafft Strecken von 30 Kilometer und mehr. Auf dem Jakobsweg nach Speyer und zurück habe er auch schon mal mehr als 42 Kilometer geschafft, erzählt Koch. In seiner Jugend war er Radsportler. Der Leistungsgedanke ist für ihn stets präsent.

Sven Koch kommuniziert in Sozialen Medien auf andere Art

Die Kulturarbeit ist Sven Koch wichtig, weil die Region von der Vielfalt der Angebote profitiere. Er weiß, wovon er spricht. Nicht nur, weil Chawwerusch in seiner Heimatgemeinde residiert. Sondern auch, weil Koch selbst zehn Jahre als Tenor im Insheimer Chor Chorisma aktiv war. Auch das ist Kultur: Gemeinsam mit Christian Sommer, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herxheim, stand er beim Carneval-Verein Narrhalla in der Bütt’. Koch kann über sich selbst lachen, und er fällt immer wieder in den Sozialen Medien mit witzigen Beiträgen auf. Er habe erkannt, dass Pressemitteilungen nicht gelesen würden und er mit den Leuten anders kommunizieren müsse, erläutert er.

Der Landtagsabgeordnete, der vor zwei Jahren für Thomas Weiner aus Pirmasens in den Landtag nachrückte und dafür seinen Job im Ministerium des Innern und für Sport, Abteilung Landesplanen, aufgab, ist ebenso so lange im Ehrenamt auch Ortsbürgermeister der knapp 11.100-Seelen-Großgemeinde. Für den 39-jährigen Vater einer sechsjährigen Tochter eine gute Kombination. „Als Kommunalpolitiker bekomme ich viele Impulse, die ich in der landespolitischen Arbeit einflechten kann – und umgekehrt.“

Kommunalpolitik und Landespolitik: Synergien und Herausforderungen

Was gibt denn der Ortschef Koch dem Landespolitiker Koch als Auftrag mit auf den Weg? Die Antwort kommt schnell: „Gib’ mir mehr Geld und erspare mir die vielen Förderanträge. Dann spare ich dir Bürokratie und kann die Mittel gut und gezielt einsetzen.“ Die Kommunen könnten nicht mehr gestalten, betont Koch, viele gerieten von einer Notlage in die andere. Die Bürokratie setze nur noch einen drauf.

Warum müsse die Ausweisung eines Neubaugebiets zehn Jahre dauern, fragt er. Auch die vielen, nämlich mehr als 400 Fördertöpfe sind für Koch ein Problem. Für jeden Antrag müsse er einen Mitarbeiter abstellen, es folgten Gutachten, Nachfragen und, und, und. „Das Land sollte die Fördertöpfe reduzieren und den Gemeinden pauschal Geld geben, damit sie es dort einsetzen können, wo sie es brauchen.“ Auch Winzer und Handwerker säßen oft stundenlang an Formularen. Koch wertet das als Misstrauen gegenüber den Handelnden. „Wir müssen da entschlacken und Vertrauen schenken.“

Vertrauen schenken, das ist Teil der DNA des Christdemokraten. Er bekennt sich klar zur sozialen Marktwirtschaft und zum christlichen Menschenbild. Mit diesem Wertegerüst treffe man so manche Entscheidung einfacher, sagt der Ortsbürgermeister und Landtagsabgeordnete.

Dieses Plakat ist eines der originellen Großplakate, mit denen Sven Koch für seine Wahl am 22. März wirbt.
Dieses Plakat ist eines der originellen Großplakate, mit denen Sven Koch für seine Wahl am 22. März wirbt.
Sven Koch liegt die Natur am Herzen. Das drückt diese Darstellung aus, das zu den originellen Plakaten zur Landtagswahl zählt.
Sven Koch liegt die Natur am Herzen. Das drückt diese Darstellung aus, das zu den originellen Plakaten zur Landtagswahl zählt.
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