Landau
Studenten-Wohnheim: Nun dürfen auch andere einziehen
Die Zeiten ändern sich. Früher hatte man den Eindruck, dass vor lauter Studenten in der Stadt keine einzige Wohnung für andere Bevölkerungsgruppen mehr verfügbar war. Zudem sind die Preise weiter gestiegen – und andere Gruppen mit wenig Geld, wie Azubis, hatten es immer schwerer, aus dem Elternhaus auszuziehen.
In den vergangenen Jahren hat das Studierendenwerk mehr Wohnheime gebaut – und dann Probleme bekommen, sie zu füllen. Was als Corona-Folge begann, wird zum Trend: Immer weniger junge Menschen studieren und leben in Landau. Das hat auch Auswirkungen auf das jüngste Projekt des Studierendenwerks Vorderpfalz mit dem Discounter-Riesen Aldi Süd. Direkt über der Einkaufsgelegenheit wohnen – wie man es aus dem anderen Aldi-Standort an der Maximilianstraße schon seit einigen Jahren kennt.
Geringe Belegung unwirtschaftlich
Im vergangenen Spätsommer ist über dem Aldi-Markt in der Annweilerstraße ein weiteres Studierendenwohnheim fertiggestellt worden. Und es ist kein kleines: 199 Wohnheimplätze gibt es auf drei Stockwerken in drei Gebäudeteilen. Die ersten Mieter waren flugs eingezogen, nun stockt die Belegung. Das ist natürlich ein Problem – ein Wohnheim voller Leerstand finanziert sich nicht gegen und macht irgendwann auch den Betrieb selbst unwirtschaftlich. Also sollte das Wohnheim auch für andere junge Menschen geöffnet werden. Genauer: Auszubildende, die dort nun auch in den Genuss günstigen Wohnraums kommen können.
Doch dafür brauchten Aldi und Studierendenwerk die Zustimmung der Stadt, da im Vertrag und im Bebauungsplan klar festgelegt ist, dass die Wohnungen für Studierende sein sollen. Und diese Zustimmung hat der Bauausschuss der Stadt in seiner jüngsten Sitzung sowohl einstimmig als auch ohne Diskussion gegeben.