Landau
Schulen weiter dreckig – Stadt will handeln
Es war ein Sturm der Entrüstung, der vor rund einem Jahr durch Landaus Schulen getobt ist. Grund: Die bisherige Reinigungsfirma hatte von der Stadt wieder den Auftrag für zwei Jahre. erhalten. Dabei waren Schulen, städtische Behörden und auch die Feuerwehr massiv unzufrieden mit den Leistungen der Firma. Im kommenden Frühjahr wird wieder ausgeschrieben und die Geschichte könnte sich wiederholen. Deshalb versucht die Verwaltung, vorzubeugen.
Doch zunächst: Worum geht es? Von Küchen über Büros und Klassensäle bis zu Mensen – überall in städtischen Gebäuden soll schlecht gereinigt werden. Das beklagen vor allem die Nutzer der Gebäude, aber auch Eltern oder Mitarbeiter. Und die Beschwerden reißen nicht ab.
Flächen nicht gereinigt?
Vor Kurzem berichtete ein Vertreter einer Schule, dass er mit einem Schwarzlichtstift das aktuelle Datum auf Klobrillen, an Waschbecken und auf andere sensible Flächen geschrieben habe. Für das normale Auge ist die Schrift unsichtbar, aber unter Schwarzlicht kann man sie sehen. Einige Wochen später habe er die Reinigung geprüft – und das Datum sei noch immer unverändert zu sehen gewesen. Seine Schlussfolgerung: Die Flächen wurden nicht gereinigt.
Immer, wenn die Stadt mit der Kritik an die Firma herantrete, bemühe sie sich einige Wochen lang – und dann gehe alles so weiter wie zuvor, berichtet der zuständige Dezernent Lukas Hartmann (Grüne). Die Stadt könne dann Nachreinigung fordern oder Leistungen kürzen – aber mehr gehe nicht. Im vergangenen Jahr habe man so 25.000 Euro einbehalten. Allerdings mit enorm hohem Aufwand. „Auch Schlechtleistung wird vergütet“, sagt Hartmann. Also will er eine Rolle rückwärts machen.
Fachkraft soll Fachfirma prüfen
Der Stadtrat soll im April entscheiden, dass die Stadt wieder eigene Reinigungskräfte einstellt. Vor einigen Jahrzehnten habe man beschlossen, die Reinigung zu privatisieren – das soll wieder anders werden. Zunächst an acht Schulen im Landauer Stadtgebiet sollen die noch einzustellenden Kräfte eingesetzt werden. Darunter soll eine Fachkraft sein, die die anderen Mitarbeitenden einlernt und gleichzeitig der anderen Firma qualifiziert auf die Finger schauen kann.
Ein Problem: die Kosten. Derzeit zahlt die Stadt 1,2 Millionen Euro jährlich für die Reinigung an eine externe Firma. Eine Summe, die Hartmann stutzig mache. Denn: Rechne er den Mindestlohn für die 40 Mitarbeitenden aufs Jahr zusammen, komme er bereits auf rund eine Million Euro. Und das sei nur der Lohn, enthalten seien keine Lohnnebenkosten, Reinigungsmittel und -materialien, Fahrzeuge oder gar Gewinnmargen.
Aber: Mit dem finanziellen Einsatz könne er nicht so viele Stunden finanzieren, wie sie von der Firma zugesichert werden, sondern nur rund ein Drittel davon. Hartmann geht aber davon aus, dass trotz der geringeren Stundenzahl die Reinigungsleistung besser werden wird. Die Chefs von acht Schulen scheinen ebenfalls darauf zu setzen. Ob der Stadtrat dies genauso sieht, zeigt sich Ende April.