Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Protest gegen Kauder-Besuch bei Freikirche

Blick in den großen Saal des Er-lebt-Forums.
Blick in den großen Saal des Er-lebt-Forums.

Vor dem Besuch des CDU-Politikers Volker Kauder bei der Er-lebt-Gemeinde in deren Forum in der Marie-Curie-Straße 3 hat es dort Farbschmierereien gegeben. So wurden die Schriftzüge „Verpiss Dich Volker“ und „My body, my choice“ (Mein Körper, meine Wahl) auf Glastür und Briefkasten gesprayt. Dies hat die Polizeiinspektion Landau am Dienstag auf Nachfrage bestätigt. Passiert sei dies in der Nacht zum Mittwoch, 29. Oktober. Zu Beginn der Veranstaltung mit Kauder, der als Professor an der Theologischen Hochschule Gießen über das Thema Religionsfreiheit und Einsatz für verfolgte Christen sprach, hätten sich am Mittwoch 13 Personen vor dem Er-lebt-Forum versammelt. Sie hätten ein Banner mitgeführt und schweigend gegen ein Abtreibungsverbot demonstriert. Die Versammlung sei friedlich verlaufen und habe sich um 10.45 Uhr aufgelöst. Ein Zusammenhang zwischen der Farbsprüherei und der Demo sei wahrscheinlich, so die Polizei. Sie ermittelt nun wegen Sachbeschädigung sowie einer nicht angemeldeten Versammlung. Der Polizei seien keine Störungen der Kauder-Veranstaltung bekannt.

Demo für Abtreibungen

Mit dem Slogan „My body, my choice“ wird für den Erhalt oder die Verbesserung von legalen, wohnortnahen Abtreibungsmöglichkeiten in Deutschland geworben. Er stammt aus den USA, wo verschiedene republikanisch geführte Bundesstaaten die Abtreibungsmöglichkeiten zunehmend eingeschränkt haben.

Kauder hatte sich bei seinem Besuch in Landau gegen eine Liberalisierung der Abtreibung ausgesprochen und die jüngste Stellungnahme des Rates der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) zu diesem Thema kritisiert, berichtet die evangelikal geprägte evangelische Nachrichtenagentur Idea. Nach deren Angaben hatte Kauder die gastgebende Er-lebt-Gemeinde auch dazu aufgefordert, im Streit mit dem Landauer Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) zu ihrer Position zu stehen, dass praktizierte Homosexualität aus ihrer Sicht Sünde sei.

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