Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Parkchaos nach Events: Neues Gerät soll Abfertigung in Landau beschleunigen

Der neue Parkautomat in der Tiefgarage ist bereits in Betrieb.
Der neue Parkautomat in der Tiefgarage ist bereits in Betrieb.

Ein zweiter Parkautomat in der Tiefgarage an der Landauer Festhalle soll das Bezahlen nach Veranstaltungen entspannen. Die abendliche Gebührenfrage bleibt allerdings offen.

Rolf Lauterbach meldet Vollzug. Der Eigentümer des Parkhotels in Landau, dem auch die Tiefgarage an der Festhalle gehört, hatte eigentlich schon Mitte Januar mit dem neuen Automaten gerechnet. Doch es kam zu Lieferverzögerungen. Erst am Mittwoch konnte das neue Teil installiert werden. Es hängt am Aufgang zur Festhalle. Jetzt können die Autofahrer an zwei Automaten ihre Parkschulden begleichen.

Immer wieder war es nach Veranstaltungen in der Festhalle zu Staus am Parkautomaten in der Tiefgarage gekommen. Die RHEINPFALZ hatte zuletzt Anfang Februar berichtet, nachdem sich eine Leserin beklagt hatte. Sie hatte mit vielen anderen Besuchern bei eisiger Kälte am späten Abend 40 Minuten am Automaten angestanden.

Lauterbach hat das System im September 2025 umgestellt und die Schranken abbauen lassen. Wie in vielen anderen Parkhäusern auch, erfasst eine Kamera bei der Einfahrt in die Tiefgarage das Kennzeichen des Wagens. Beim Bezahlen am Automaten muss das Kennzeichen eingegeben werden, bevor bezahlt werden kann. Nicht jeder hatte an besagtem Abend nach der Vorstellung des Kabarettisten Jürgen von der Lippe das Kennzeichen im Kopf, was nach Aussage der Leserin einer der Gründe für die Verzögerungen gewesen sein soll.

Einfahrt zur Tiefgarage vor dem Parkhotel.
Einfahrt zur Tiefgarage vor dem Parkhotel.

Parkgebühren können auch per App bezahlt werden

Die Tiefgarage hat 150 Plätze, davon 72 nur für Hotelgäste, und ist bei Veranstaltungen in der Festhalle voll belegt. Lauterbach verweist darauf, dass Nutzer die Parkgebühren auch über zwei Apps bezahlen könnten. Zum einen biete sich die Easy-Parking-App an, zum anderen die App des Dienstleisters Avantpark. „Da können Sie innerhalb von 24 Stunden bezahlen, das ist dann auch von zu Hause aus möglich“, sagte Lauterbach.

Seine Tiefgarage war vor wenigen Tagen auch Thema im Landauer Stadtrat. Es war von der Lex Parkhotel die Rede. Um was geht es dabei? Die Stadtverwaltung möchte ein neues Parkquartier in der Mahlastraße vor der Festhalle und im anliegenden Teil der Martin-Luther-Straße einführen. Doch die bereits beschlossene neue Parkzone wird es vorerst nicht geben.

Sie war im Interesse des Tiefgaragenbetreibers Lauterbach, konkurrieren die öffentlichen Parkplätze doch mit denen im privaten Parkhaus an der Festhalle. Die Tarife sollten höher liegen, angelehnt an jene der Tiefgarage. Die Tagestickets wären weggefallen, als Anreiz für Autofahrer, in der Tiefgarage zu parken.

Die weißen Wände sind an vielen Stellen mit Graffiti besprüht.
Die weißen Wände sind an vielen Stellen mit Graffiti besprüht.

Stadtrat Bernd Löffel warnt vor einer Lex Parkhotel

Im Gegenzug wollte die Stadt Rolf Lauterbach in einer Vereinbarung zu einer Sanierung verpflichten. Die Verwaltung hatte die Prokura des Rats, bei Scheitern dieses Plans auf die neue Parkzone zu verzichten. Zwar räumte Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats ein, man sei noch nicht am Ende der Verhandlungen, doch Bernd Löffel (CDU) warnte vor einer „Lex Parkhotel“. Dem Eigentümer sollten keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden.

Um welche Zugeständnisse geht es? Auf die Äußerung des Oberbürgermeisters angesprochen, der Tiefgarageneigentümer habe einige neue Punkte im Bereich der Finanzierungsförderung aufgebracht, kontert Rolf Lauterbach gegenüber der RHEINPFALZ mit dem Hinweis, er habe kein Entgegenkommen der Stadt gefordert. Es sei nicht richtig, dass er Geld für die Sanierung des Parkraums von der Stadt gefordert habe.

Technik auf neuem Stand und Wände geweißelt

Er habe alle technischen Geräte bereits auf den neuesten Stand gebracht. Die Sicherheitsbeleuchtung sei erneuert worden, in einer Ecke der Tiefgarage werde das noch erfolgen. Außerdem habe er vor wenigen Monaten zwei Drittel der Wände streichen lassen, die mit Graffiti besprüht gewesen seien. Das sei allerdings wie eine Einladung an die Sprüher gewesen, sich aufs Neue dort ans Werk zu machen.

Die Stadtverwaltung habe ihm eine Vereinbarung vorgelegt, eine Art Verpflichtungsermächtigung – „zu Parkgebühren und, und, und“. Lauterbachs Kommentar: „Ich wäre nicht mehr frei und habe deshalb der Stadt gesagt, ihr müsstet mir eine bestimmte Summe an Einnahmen garantieren.“

Warum gelten Parkgebühren nicht bis Mitternacht?

Das Problem im Quartier ist, dass die Stadt ab 19 Uhr keine Parkgebühren mehr erhebt und deshalb Besucher der Festhalle zuerst auf den oberirdischen, kostenfreien Stellflächen parken, bevor die Tiefgarage belegt wird. „Warum gelten dort die Parkgebühren nicht wenigstens bis Mitternacht?“, fragt Lauterbach. Die Veranstaltungen seien ja in der Regel abends. Das Tagesticket habe dazu geführt, dass auch Hotelgäste in Mahla- und Martin-Luther-Straße parkten, beklagt der Hotelbetreiber.

„Macht Ihr Eure Hausaufgaben, und ich mache meine Tiefgarage“, ruft Lauterbach der Verwaltung zu. Er brauche dazu keinen Vertrag, er müsse betriebswirtschaftlich arbeiten. Geißler hatte im Stadtrat gesagt, er halte das Problem für ausräumbar. Auch Lauterbach betont, er möchte die Angelegenheit gerne in gegenseitigem Einvernehmen lösen.

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