Roschbach
Neue Weinprinzessin: Wenn die Krone in der Familie bleibt
Es dürfte wohl ein Novum in der Geschichte von Weinprinzessinnen an der Südliche Weinstraße sein, falls nicht, ist dieser Fall dennoch mehr als selten. In Roschbach folgt der amtierenden Weinhoheit Marieke Argus nämlich ihre jüngere Schwester Pauline auf den Prinzessinnenthron. Dieser „Sister Act“ wird am Samstag, 13. Juni, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus vollzogen. Dann entkrönt die Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße Klaudia Göpel aus Silz ihre Hoheit Marieke Argus und reicht die Krone an Pauline weiter.
Die 18-Jährige hat klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. Nach dem Abitur, das sie im März 2027 an der Maria-Ward-Schule in Landau ablegen wird, will sie bei der Landespolizei Rheinland-Pfalz als Kommissar-Anwärterin einsteigen.
Wie schon ihre Schwester freut sich auch Pauline ganz besonders, dass ihre Großeltern Christel und Heinz sowie Oma Ursel sie als Prinzessin erleben dürfen. Opa Gustav ist dies leider nicht mehr vergönnt, doch Pauline ist sicher, dass er vom Himmel aus begeistert zuschaut. Von den Omas und Opas stammen zudem ihre „Wein-Wurzeln“: Beide Großelternpaare besitzen nämlich Weinberge, Opa Heinz hatte sogar ein eigenes Weingut in Edesheim, wo ihn auch Paulines Vater Achim bei der Arbeit unterstützte.
Dass sie nun direkt eine zweite Prinzessin in der Familie haben, freut Papa Achim und Mama Christiane Argus. Und auch Schwester Marieke und Bruder Felix sind total aus dem Häuschen – das versteht sich da ja fast von selbst.
Als Kind auf Vollernter dabei
Pauline trinkt gerne mal ein Gläschen Riesling, ist aber auch für einen Weißburgunder zu haben, beide Weine am liebsten in der trockenen Variante. Sie ist Vegetarierin, wobei es ihr besonders spanische Tapas und selbstgemachte italienische Pizzen angetan haben. Pauline backt sehr gerne, bevorzugt Geburtstagstorten.
Bei ihrem Großonkel Theobald Pfaffmann in Nußdorf hilft Pauline Argus beim Aufhängen der Pheromone. Bei Veranstaltungen in dessen Weingut, das als Haus der trockenen Weine überregional bekannt ist, unterstützt sie immer wieder bei Veranstaltungen als Servicekraft und im Ausschank. „Früher als Kind war ich gerne im Herbst mit dabei. Ich fand’s dann ganz toll, dass ich auf dem Vollernter mitfahren durfte“, erinnert sie sich gerne an Kindertage.
Die Frage, ob sie mit ihrer Vorgängerin über deren Erfahrungen als Weinprinzessin gesprochen hat, erübrigt sich. Pauline hat ja sozusagen hautnah miterlebt, was als Hoheit so auf sie zukommt. Gerade die Erfahrungen ihrer Schwester haben sie inspiriert, auch selbst Weinprinzessin werden zu wollen. Aber auch bei ihrer Mutter kann sie nachfragen, repräsentierte diese doch von 1992 bis 1994 ihr Heimatdorf Edesheim als Weinhoheit. Mama ist auch die Patentante der amtierenden Edesheimer Prinzessin Maria Leibel.
Tennis, Tanz und Tradition
In ihrer Freizeit spielt Pauline gerne Tennis, gehört beim TC Modenbachtal zur Damenmannschaft. Im Südhaardter Sportverein ist sie als Tänzerin in dessen Abteilung aktiv. Auch ist sie oft im Fitnessstudio anzutreffen. Für sie ist dies die ideale Voraussetzung, um für den hoffentlich bald anstehenden Polizeidienst gerüstet zu sein.
Die 18-Jährige freut sich schon auf die Veranstaltungen in ihrem Heimatort, vor allem auf das Weinfest und die Martinikerwe, die sie dann eröffnen darf. Auch beim traditionellen Radrennen am Kerwemontag fiebert sie mit den Sportlern mit. Zudem hofft sie auf viele gemeinsame Erlebnisse mit anderen Weinhoheiten. Beim Winzerfestumzug in Neustadt wird sie mit dabei sein, gerne dann im Cabrio, aber vielleicht auch auf dem Traktor.