Landtagswahl
Maier gegen Braun: So knapp war das Duell im Wahlkreis Landau
Die SPD hat im Wahlkreis 50, gebildet aus der Stadt Landau sowie den Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer, die Wahl gewonnen – sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen. Unter den Direktkandidaten hat sich Florian Maier (SPD) mit einem Stimmenanteil von 30 Prozent erneut das Mandat sichern können – allerdings hauchdünn. Claudia Braun (CDU) lag nur einen Prozentpunkt hinter Maier. Oder in absoluten Zahlen: Maier erhielt 12.500 Wahlkreisstimmen, Braun 12.075, die beiden trennen also nur 425 Stimmen. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2021 war das Ergebnis deutlicher und kein Kopf-an-Kopf-Rennen: Damals lag Maier 3,1 Prozentpunkte vor Peter Lerch (CDU): 30,7 zu 27,6 Prozent.
Die nötigen Stimmen sammelte Maier vor allem in seiner Heimatstadt Landau, in der 42 der 67 Wahlbezirke des Wahlkreises liegen. Dort lag er mit 31,1 Prozent klar vorne, die CDU-Kandidatin überzeugte dort nur 22,8 Prozent der Wähler von sich. In Maiers Wohnort Dammheim ist er seit 12 Jahren Ortsvorsteher. Dort erreichte er ein Spitzenergebnis von 50,1 Prozent. Aber ausgerechnet dort fuhr die AfD mit 20,4 Prozent bei den Landesstimmen ihr stärkstes Ergebnis im Wahlkreis ein. Braun hingegen fuhr dort mit 18,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis ein.
In diesem Landauer Stadtdorf konnte Maier nicht punkten
Das einzige Landauer Stadtdorf, in dem Maier nicht die Mehrheit der Wähler für sich gewinnen konnte, ist Nußdorf. Dort lag Braun mit 33 Prozent vor Maier mit 31,4 Prozent. Es handelt sich dabei um das nördlichste Stadtdorf – und der geografische Trend wird noch klarer, je weiter man im Wahlkreis gen Norden wandert. Dort konnte vor allem Braun punkten. Sowohl die VG Maikammer als auch die VG Edenkoben wählten bei der Erststimme schwarz. In den 21 Stimmbezirken der VG Edenkoben lag sie mit 35,9 zu 28 Prozent haushoch vor Maier.
In ihrem Heimatort Edesheim erreichte Claudia Braun ihr Spitzenergebnis mit 47,6 Prozent – etwas weniger als Maier in seinem Heimatort. Richtig stark fiel auch das Wahlergebnis für sie in Hainfeld (46,1 Prozent), Weyher (43,0 Prozent) und Roschbach (44,8 Prozent) aus. Insgesamt lässt sich aber aus den Ergebnissen in der VG Edenkoben kein eindeutiges Stimmungsbild ableiten. Denn dort gibt es auch einzelne Gemeinden, die Maier den Vorzug gaben: In Rhodt lag Maier mit 34,9 zu 32,6 Prozent vor der Christdemokratin. Im Gäu stimmten Altdorf und Freimersheim mehrheitlich für ihn.
Braun mit stärksten Ergebnissen im Norden des Kreises
Ganz im Norden des Wahlkreises fuhr Braun ihre stärksten Ergebnisse ein. In der VG Maikammer erreichte sie in allen Wahlbezirken Stimmenanteile über der 40-Prozent-Marke, am stärksten fiel ihr Ergebnis in St. Martin mit 47,4 Prozent aus. Dort war Maier mit 23,3 Prozent weit abgeschlagen.
Dritter im Wahlkreis Landau wurde AfD-Kandidat Wolfgang Payarolla mit 14,3 Prozent. Damit liegt er knapp vor Lea Heidbreder von den Grünen, die 13,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Heidbreder wird im Gegensatz zu Braun und Payarolla jedoch über die Landesliste erneut in den Landtag einziehen. Sie hatte ihre Hochburgen in der Landauer Kernstadt. Dort erreichte sie 18,6 Prozent, über doppelt so viele Prozentpunkte wie die Grünen im Bundesland.
Dort ist die AfD am stärksten
Ihre Hauptwählerschaft hat die AfD in der Verbandsgemeinde Edenkoben, wo sie mit 17,2 Prozent der Landesstimmen drittstärkste Kraft wird – rund 10 Prozent vor den danach folgenden Grünen. Besonders in Venningen (19,2 Prozent), Gommersheim und Böbingen (je 19,9) konnte sie viele Wähler an die Urne ziehen.
Die Linke wird nicht in den Landtag einziehen. Die Partei ist an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Das liegt nicht an der Landauer Kernstadt. Hier erreichte Die Linke ihr stärkstes Ergebnis mit 8,3 Prozent für Direktkandidat Philipp Lange und 10,1 Prozent bei den Landesstimmen. Das erklärt auch das Gesamtergebnis der Linken im Wahlkreis mit 6,4 Prozent – die Stadt Landau ist besonders einwohnerstark. In den Landauer Stadtdörfern erreicht sie nur um die 5 Prozent, ganz abgeschlagen ist sie im ländlichen Raum des Wahlkreises mit 3,5 Prozent in der VG Edenkoben und 2,6 Prozent in der VG Maikammer. In die Irrelevanz abgesunken ist die bisherige Regierungspartei FDP. Sie läuft im gesamten WK 50 unter „ferner liefen“ und kommt auf gerade 1,7 Prozent bei den Erststimmen.