Landau
Landauer ärgert sich über Fremdmüll in der Tonne
Landauer müssen seit dem Jahreswechsel nicht mehr pauschal für die Abholung ihres Restmülls bezahlen, sondern pro Leerung. Für viele bedeutet das wohl, dass der Restmüll deutlich teurer wird. Auch deshalb haben einige befürchtet, dass fremde Leute dann den Müll in ihre Tonnen werfen. Das ist Pascal Schloßer passiert. Mehrfach.
Schloßer hat genau deswegen am Montag eine Beschwerde an den zuständigen Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) geschickt. Da hat er einen roten Zettel an seiner Mülltonne gesehen. Mit diesen Zetteln markieren die Müllwerke Tonnen in denen unter anderem falscher Müll liegt – oder Tonnen, bei denen beispielsweise der Deckel nicht ganz geschlossen ist. Schloßer sieht: Es ist fremder Müll in seiner Tonne. Nicht zum ersten Mal.
EWL schlägt Schwerkraftschlösser vor
Schon seit zwei bis drei Monaten sehe er immer wieder fremde Müllsäcke an seiner Mülltonne. Er ruft beim EWL an. Der Mitarbeiter schlägt vor, dass Schloßer am besten Lösung Schwerkraftschlösser an den Tonnen anbringen solle. Die Schlösser mit einer zugehörigen Zahlenkombination werden am Deckel der Tonne montiert und öffnen sich automatisch, wenn sie geleert wird. Sie schließen sich wieder beim Absetzen der Tonne. So wird vermieden, dass Menschen ihren Müll in fremde Tonnen einwerfen.
Aber der Landauer sieht die Schlösser etwas kritisch, denn er muss sie selbst befestigen und besorgen. Das kostet 60 Euro pro Schloss für eine Tonne. Eine weitere Lösung, die der EWL vorgeschlagen habe: Schloßer soll seine Tonnen morgens früh um 5 Uhr vor seine Tür stellen. So soll weniger fremder Müll in der Tonne landen – schlicht weil die Menschen ihn nicht am Vorabend einwerfen können. Ebenso stellt der EWL ihm zwei zusätzliche Mülltüten pro Tonne zur Verfügung – quasi als Kompensation.
EWL: Dunkelziffer unklar
Der EWL geht davon aus, nicht zu wissen, wie viele Menschen ihren Müll in fremde Tonnen werfen. Denn: Es würden nicht alle Fälle gemeldet, sagt EWL-Sprecherin Gönül Kuru. Aber es könnten mehr werden. „Es ist allerdings denkbar, dass durch das neue System die Sensibilität in der Bevölkerung steigt.“ Die Bürger sollten, wenn möglich, ihren Tonnen auf dem eigenen Grundstück und nicht auf freier Fläche aufstellen, empfiehlt der EWL. Bewohner von Mehrfamilienhäusern sollten wenn möglich auch Kontakt mit den Hausverwaltungen aufnehmen, um bessere Standorte zu finden.
Der EWL bekomme im Durchschnitt ein- bis zweimal pro Monat gemeldet, dass Fremdmüll in Tonnen landet, berichtet Kuru. Die Zahl sei stabil – eine deutliche Zunahme sei nicht zu verzeichnen. Im Einzelfall handele es sich meist um Missverständnisse unter Nachbarn. All das ändert nichts: Schloßer fühlt sich als Bürger mit diesem Problem alleingelassen.