Landau Kommentar: Schlecht kommuniziert

Aldi darf sein Studierendenwohnheim bauen, ohne sich um
Sozialwohnungen kümmern zu müssen. Das ist trotzdem okay.
Der Stadtrat hat sich streitbar mit der Notwendigkeit einer Sozialwohnungsquote von 25 Prozent bei größeren Neubauvorhaben auseinandergesetzt. Am Ende sind sich alle einig, dass das Aldi-Projekt gut und sinnvoll ist – wenn es so mit Leben gefüllt wird, wie Aldi das versprochen hat. Konkret: Die Miete soll unter zehn Euro kalt liegen. Das ist zwar weit entfernt von jenen sieben Euro, die für echte Sozialwohnungen vorgesehen sind, aber es ist weniger, als zumeist auf dem Landauer Wohnungsmarkt aufgerufen wird. Nun hat ein Streit noch niemandem geschadet. Es lohnt sich, für Überzeugungen zu kämpfen. Im vorliegenden Fall hat es jedoch einen Kollateralschaden gegeben, der vermeidbar gewesen wäre: Facebook-Nutzer haben ihrem Unmut darüber Luft gemacht, dass nur an Studierende gedacht werde, nicht aber an Geringverdiener, Familien mit Kindern oder Alleinerziehende. Es war richtig, dass die Grünen bei der Quote Druck gemacht haben. Der offene Brief von Aldi und der Besuch von Aldi-Geschäftsführer Christof Hake bei den Fraktionen haben in allerletzter Minute den Durchbruch gebracht. Das ist gut. Noch besser wäre es allerdings gewesen, wenn sich die Bauverwaltung von Anfang an um eine solche Transparenz bemüht hätte. Der Eindruck, dass Studierende der Stadt lieber sind als Geringverdiener, ist fatal.
