Landau / SÜW Jugend forscht: Preis für Lina, die kein Mikroplastik im Wasser mag
Lina Gradolph aus Offenbach, Schülerin am Eduard-Spranger-Gymnasium in Landau, hat beim Bundeswettbewerb Jugend forscht einen Preis im Fachbereich Chemie gewonnen. Die 15-Jährige wurde für ihre Arbeit zur Entfernung von Mikroplastik aus Trinkwasser mit 500 Euro belohnt, die der Adolf-Martens-Fonds gestiftet hat.
Die junge Forscherin beteuert im Gespräch mit der RHEINPFALZ, sie sei nicht explizit Umweltschützerin. Aber sie habe wissen wollen, wie hoch die Belastung von Mikroplastik in ihrem Trinkwasser ist. Als sie mit ihrer Familie von Rohrbach nach Offenbach umgezogen ist, haben die Eltern die Qualität des Trinkwassers in einem Labor untersuchen lassen, erzählt sie. „Mir ist aufgefallen, dass sie nicht auf Mikroplastik untersucht haben.“
Also stellte sie eigene Forschungen an. Sie nahm in mehreren Orten im Umkreis Proben von Leitungswasser, filterte sie mithilfe eines feinen Membransiebs und einer Vakuumpumpe. Die 15-Jährige berichtet, dass sie zunächst einen Filtrationsaufbau und ein Fluoreszenzmikroskop entworfen und ein Detektionsverfahren entwickelt hat, um Mikroplastikpartikel genau und spezifisch detektieren zu können.
Mikroplastik bis zu 94 Prozent reduzieren
Danach färbte sie die Plastikpartikel ein und machte sie mit Fluoreszenzmikroskopie sichtbar. Pro Liter fand sie 26 bis 36 Partikel. „Deswegen habe ich Beseitigungsmöglichkeiten erforscht und dabei eine optimale Methode gefunden, die Mikroplastik mit einfachen Haushaltsmitteln in Trinkwasser um bis zu 94 Prozent reduzieren kann.“ Lina fand heraus: Wird Wasser erhitzt, bilden sich Kalkkristalle, die an ihrer großen Oberfläche enthaltenes Mikroplastik binden können und sich abfiltern lassen. Sie verglich mehrere Filtermaterialien und den Einfluss von Wasserhärte und Temperatur auf die Bindung der Partikel. Dabei zeigten mittlere Härte und eine Erhitzung auf 80 Grad Celsius die besten Resultate.
Nun kocht die Familie jeden Morgen einige Liter Wasser ab, Lina gibt Kaliumchlorid und Natriumhydrogencarbonat hinzu und kommt mir ihrer Behandlungsmethode zu mikrofreiem Trinkwasser, das sie ohne Bedenken trinken kann. Möchte Lina Chemikerin werden? Die Antwort kommt schnell und klar: „Ja, ich möchte Biochemikerin werden.“ In der Schule steht sie im Fach Chemie auf einer 1, verrät sie noch. Das Preisgeld von 500 Euro investiert sie in einen neuen Laptop.