Karlsruhe IG Metall übt Kritik

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Nach Ankündigung des Unternehmens Kraus & Naimer zur Schließung des Karlsruher Werks meldet sich die IG Metall mit unverhohlener Kritik zu Wort. Es seien Fakten geschaffen worden ohne Einbeziehung der Mitarbeiter.

„Die Kolleginnen und Kollegen haben über lange Zeit Kurzarbeit mitgetragen, Flexibilität gezeigt und Verantwortung für den Standort übernommen“, heißt es in einer Pressmitteilung der IG Metall mit Blick auf die Beschäftigten. Die Philosophie des Standortes sei über lange Jahre von Einsparungen anstatt von Investitionen geprägt gewesen, heißt es weiter. Geld sei in die Standorte in Wien und Ungarn geflossen. Das „Sterben auf Raten“ sieht die IG Metall vor diesem Hintergrund als von langer Hand geplant.

Die Kritik richtet sich auch an die Tatsache, dass das Unternehmen in seiner Mitteilung von wirtschaftlichen Zwängen und Alternativprüfungen gesprochen habe, zugleich jedoch keine nachvollziehbaren Szenarien für eine Fortführung oder Weiterentwicklung des Standorts offengelegt wurden.

Kraus & Naimer will die europäische Schalterproduktion nach eigenen Angaben künftig an einem „Standortcluster“ in Österreich und Ungarn bündeln. Der 1907 gegründete Hersteller von elektrischen Schaltgeräten mit Stammsitz in Wien beschäftigt weltweit rund 800 Mitarbeiter. Das Karlsruher Werk besteht seit 1962. Von der Schließung sind 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

Laut IG Metall wolle man die nun anstehenden Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan mit Entschlossenheit führen. Ziel sei es, soziale Härten abzufedern, Perspektiven für die Beschäftigten zu entwickeln und die wirtschaftlichen Grundlagen der Entscheidung zu hinterfragen. „Die Beschäftigten in Karlsruhe haben Anspruch auf Respekt, Transparenz und faire Verfahren“, heißt es in der Stellungnahme.

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