Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Herxheimer sammelt Geld für Priester mit Tour der Brüderlichkeit

Eduard Rieder (rechts) mit Abbe André Colle (92 Jahre) in Besancon.
Eduard Rieder (rechts) mit Abbe André Colle (92 Jahre) in Besancon.

Bei seiner Tour der Brüderlichkeit sammelt Eduard Rieder Geld für Priester und spricht auch mit vielen von ihnen. Eine Entwicklung in Frankreich ist besonders überraschend.

Mitte März startete Eduard Rieder zu seiner siebentägigen Tour der Brüderlichkeit, um französische Priester (Abbe) finanziell zu Unterstützung, die für ihren seelsorgerischen Dienst kein staatliches Salär erhalten. Diese private Solidaritätsaktion wurde von seinem Vater, dem Herxheimer Bäcker und Konditor Fridolin Rieder, 1959 ins Leben gerufen. Seit dessen Tod 1989 engagiert sich sein Sohn Eduard Rieder. Dieses Jahr sammelte er 6280 Euro für 21 Priester. Dabei legte er 2100 Kilometer mit dem Auto zurück.

Der älteste Pfarrer, den Rieder schon seit Jahren besucht, ist Jacques Galley. Der 101-Jährige lebt mittlerweile in Grenoble im Altersheim. In den Gesprächen mit den Priestern ging es vornehmlich um die Situation der Kirche in Frankreich und Deutschland. Dabei wies Rieder darauf hin, dass die Entwicklung in Deutschland in den vergangenen Jahren auch aufgrund des immer größer werdenden Priestermangels zu immer größeren Pfarreien geht, genauso wie in Frankreich seit mehr als 25 Jahren. Priester gehen in Frankreich mit 75 Jahren in Rente, danach unterstützen sie in ihrer Pfarrei jedoch weiter, so gut sie gesundheitlich können.

Deutlich mehr erwachsene Täuflinge in Frankreich

„Im Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche haben die Bistümer in Frankreich sehr frühzeitig und konsequent Enquete-Kommissionen zur Aufklärung und Wiedergutmachung – soweit dies überhaupt möglich ist – eingesetzt. Dies wurde von den meisten Gläubigen in den Pfarreien positiv aufgenommen“, berichtet Eduard Rieder. Nach einem starken Rückgang der Mitgliederzahlen gebe es inzwischen Anzeichen der Erholung. „In den letzten beiden Jahren zeigt sich ein besonderer Trend: Die Zahl der Erwachsenen, die sich taufen lassen möchten, stieg sehr stark an.“ Bis vor zwei, drei Jahren seien es Einzelne gewesen. Im vergangenen Jahr sei die Zahl dann sprunghaft auf mehr als 100.000 Menschen in ganz Frankreich angestiegen. „Warum das so ist, kann man nur vermuten, zum Beispiel in den zunehmenden Krisen: eine Sinnsuche vermehrt in der Kirche statt in irgendwelchen Pseudo-Lifestyle-Vorstellungen.“

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