Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschulen: Frühbetreuung soll erhalten bleiben

Die Frühbetreuung von Grundschulkindern sollte zum kommenden Schuljahr abgeschafft werden.
Die Frühbetreuung von Grundschulkindern sollte zum kommenden Schuljahr abgeschafft werden.

Die Stadt wollte die Frühbetreuung von Grundschülern abschaffen. Dagegen formierte sich Widerstand. Erfolgreich. Doch der Sieg hat seinen Preis.

Eltern, die auf die Frühbetreuung ihrer Grundschulkinder ab 7 Uhr angewiesen sind, können wohl aufatmen. So wie es aussieht, bleibt das Angebot erhalten. Aber die Kosten werden verdoppelt. Doch zunächst zur Vorgeschichte.

Nachdem die unter anderem für Schulen zuständige Beigeordnete Lena Dürphold (CDU) verkündet hatte, dass die Frühbetreuung zum kommenden Schuljahr abgeschafft werden soll, gab es viele Beschwerden. Dürphold hatte darauf hingewiesen, dass es zu wenig Personal gebe. Für jede Schule gibt es nur eine Betreuungskraft, die von 7 bis 8 Uhr arbeitet. Ist die Person kurzfristig erkrankt, kann man auch keinen Ersatz mehr organisieren.

Kinder allein vor Schule

Es sei bereits vorgekommen, dass Eltern ihr Kind zur Schule gebracht haben und einfach weitergefahren sind. Das Kind sei dann im Dunkeln alleine auf dem Schulhof gestanden, berichtet Dürphold. Sollte in einem solchen Fall etwas passieren, steht die Stadt in der Haftung. Auch dieses Risiko scheut die Verwaltung.

Die Leiterin der Pestalozzi-Grundschule, Nadja Jakobs, hatte moniert, dass dies recht viele Eltern betreffen werde – und dass die Entscheidung vor allem berufstätige Frauen belaste. „Das widerspricht allen Bemühungen um Gleichstellung.“ Der Kritik hatten sich die Landauer Grünen angeschlossen und gefordert, die Frühbetreuung beizubehalten.

Vorschlag: Personal verdoppeln

Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung nun beschlossen, dass die Stadt Möglichkeiten finden solle, die Betreuung aufrechtzuerhalten. Und das mit großer Mehrheit über die Fraktionen hinweg. Näheres sollte im Schulträgerausschuss geregelt werden, der am Tag danach zusammentraf. Und dort habe man eine Lösung gefunden, wie Beigeordnete Dürphold berichtet.

Die Stadt habe den Vorschlag gemacht, dass das Personal einfach verdoppelt werde. Es wird also äußerst unwahrscheinlich, dass gleich beide Betreuungskräfte spontan ausfallen. Zudem müssten die Eltern künftig das Kind an die Betreuungskraft übergeben, man dürfe es nicht mehr nur absetzen. Die Eltern würden künftig also selbst merken, dass niemand da ist. Andere Ideen, wie beispielsweise die Einrichtung einer Frühschicht, seien als unpraktikabel oder schwer bis nicht umsetzbar verworfen worden, sagt Dürphold. Es gibt natürlich ein Aber.

Eltern sollen mehr zahlen

Die Verdoppelung des Personals erhöhe die Kosten deutlich, so die Christdemokratin. Das führe dazu, dass der Elternanteil deutlich steige. Die Eltern zahlen pro Frühbetreuungstag, den sie nutzen – und der Preis wird verdoppelt. Bringen Eltern ihr Kind jeden Wochentag um 7 Uhr zur Betreuung, kostet sie das in diesem Schuljahr 30 Euro pro Monat. Ab dem kommenden wird der Betrag voraussichtlich also auf 60 Euro steigen.

Dürphold geht davon aus, dass der Stadtrat diese Lösung in seiner Sitzung im Mai beschließen wird. Im Schulträgerausschuss habe die überwiegende Mehrheit zugestimmt.

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