Landau Geothermie: Berlin will Landau nicht mehr unterstützen

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Steht die Erdwärme in Landau vor dem Aus? Diese Frage wird heiß diskutiert, seit gestern bekannt wurde, dass Berlin eine dritte Bohrung am Standort nicht mehr fördern wird. Diese Antwort hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart auf eine entsprechende Anfrage bekommen. Der Betreiber wollte sich gestern nicht äußern.

„Der Bund wird seine Förderzusage für eine dritte Bohrung in Landau über den 30. September 2014 hinaus nicht verlängern“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Gebhart am Montagnachmittag mit. Eine entsprechende Anfrage, versehen mit dem Hinweis auf die schwierige Situation in Landau, hatte der CDU-Politiker bereits Anfang Juli an das Bundesministerium gerichtet. Zur Begründung teilte das Ministerium jetzt mit: „Die beantragte Laufzeitverlängerung für das Vorhaben ,Wirtschaftlicher Betrieb der ersten geothermischen Triplette in Deutschland’ in Landau ist nicht gewährt worden, weil ein Gespräch mit dem Zuwendungsempfänger am 15. Juli ergeben hat, dass die Voraussetzungen zur Erfüllung des ursprünglichen Zuwendungszwecks wegen der technischen Schwierigkeiten nicht mehr gegeben sind und somit die wirtschaftliche und sparsame Verwendung von Haushaltsmitteln nicht gewährleistet ist.“ So hatte auch Gebhart argumentiert. In Landau sorgte die neueste Entwicklung für Erleichterung. „Für die Stadt ist das eine hervorragende Botschaft“, sagte Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (SPD). Damit sei klar, dass die Anlage nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. „Das Werk muss geschlossen werden“, so Schlimmer. Deshalb habe die Stadt dieser Tage auch den beantragten Druck- und Injektionstests nicht zugestimmt. Jetzt warte er auf ein Sig-nal aus Mainz. Die vor Wochen formulierte Bitte an Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) um ein Gespräch sei bis heute nicht beantwortet worden. Gestern habe er sie deshalb erneut und mit Nachdruck angeschrieben. Zum Betreiber habe die Stadt keinen Kontakt. Er sehe mit dem Wegfall der Förderzusage das „Damoklesschwert der Wiederinbetriebnahme ein gutes Stück eingekürzt“, formulierte Bürgermeister Thomas Hirsch (CDU). Er fordere erneut, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. „Ich kann mir viel vorstellen, von der Nutzung der Bohrung zur Wärmegewinnung bis zur Demontage der Anlage.“ Er vermisse ein deutliches Zeichen des Landes für eine Verhandlungslösung. Bis gestern hat Daldrup eine dritte Bohrung nicht beantragt. Das sagte das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) in Mainz auf Anfrage. Daldrup selbst wollte sich gestern nicht äußern, kündigte aber für heute Vormittag seinen Geschäftsbericht an, der Informationen zum Kraftwerk enthalte. Die Entscheidung aus Berlin kam auch für das Landeamt für Geologie und Bergbau in Mainz überraschend. „Der Sachstand war hier so bisher nicht bekannt, allerdings ist das LGB für diesen Sachverhalt auch nicht zuständig“, sagte Thomas Dreher gestern. Eine Aussage, inwieweit die Zukunft des Geothermiekraftwerks von dieser Entscheidung betroffen ist, müsse der Unternehmer beantworten. Für die Bürgerinitiative Geothermie Landau (BI) war die Nachricht aus Berlin eine gute. „Wir haben schon lange auf eine Reaktion gewartet, es war still um die Anlage geworden“, so Thomas Hauptmann gestern. Die Frage sei jetzt, wie es weitergehe. „Theoretisch kann der Betreiber die Anlage, wenn sie repariert ist, wieder in Betrieb nehmen.“ Diese Aussicht erfüllt die Kraftwerks-Kritiker mit Sorge. Nicht ganz nachvollziehbar sei für ihn, dass das Landesamt von nur einer Erkundungsbohrung bis auf 500 Meter Tiefe spreche, um das zweite Leck zu finden (die RHEINPFALZ berichtete gestern). „Auf dem Geothermieforum war von mindestens fünf Bohrungen die Rede.“ Insgesamt sei er nun verhalten optimistisch.

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