Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Es geht um die Freiheit: Leonardo Metz will in den Landtag

Leonardo Metz tritt in der Südpfalz für die FDP an. Sein Hauptanliegen: die Bildungspolitik. Die Schüler sollen nicht hinten run
Leonardo Metz tritt in der Südpfalz für die FDP an. Sein Hauptanliegen: die Bildungspolitik. Die Schüler sollen nicht hinten runterfallen.

Ob die FDP überhaupt wieder in den Landtag einzieht, ist unklar. Leonardo Metz tritt im Wahlkreis Landau als Direktkandidat an. Er ist wie seine Partei optimistisch.

Freiheit ist nicht selbstverständlich. Das sei ihm während der Corona-Pandemie klargeworden, berichtet Leonardo Metz. Er habe da gesehen, dass Grundrechte, „die eigentlich als völlig sicher gelten“, plötzlich eingeschränkt werden. Es sei seine Jugendzeit gewesen. „Man ist Anfang 20, will die Welt erleben, raus – und dann geht es nicht“, sagt der heute 27-Jährige. Das sei einer der Gründe, warum er in die FDP eingetreten ist. Denn: Die Partei habe immer gesagt, man müsse auf Eigenverantwortung setzen. Das sieht er genauso.

Und nun, ein paar Jahre nach Corona, ist der Weg des Freimersheimers Metz steil aufwärts gegangen. Er ist Kreisgeschäftsführer der Liberalen, seit der jüngsten Kommunalwahl sitzt er im Rat seiner Gemeinde – und er ist Direktkandidat bei der Landtagswahl. Metz ist zwar auf der Landesliste vertreten – aber nach derzeitigem Ermessen scheint es ausgeschlossen, dass er darüber in den Landtag einzieht. Denn er steht auf Platz elf. Wobei die derzeitige Phase für die ganze Partei kritisch ist.

Die Wissing-Lücke soll geschlossen werden

Schaut man auf die Meinungsumfragen, ist fraglich, ob die FDP überhaupt den Wiedereinzug in den Landtag schafft. Das Institut Infratest Dimap listet die Partei in einer Umfrage aus dem Januar im Auftrag des SWR nur noch unter „Sonstige“. Metz sieht das anders. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass die FDP in den Landtag einzieht, wenn sie es in Baden-Württemberg am 8. März schaffe. „Wir sind keine pessimistische, sondern eine optimistische Partei“, sagt Metz, „Probleme sind dornige Chancen.“ Abgesehen davon stünden neue Leute bereit, um die Partei wiederaufzubauen.

Denn gerade hier in der Gegend ist noch immer die große Lücke erkennbar, die der Austritt von Ex-Generalsekretär und Verkehrsminister Volker Wissing gerissen hat. Die Lücke sei da, und die Partei werde sie nun schließen. Er und seine Kollegen bildeten ein „starkes Team“, betont Metz. Doch wofür steht er?

Bildung: Niemand soll hinten runterfallen

Der Lehramtsstudent beackert zunächst die Bildungspolitik. Die Kinder müssten von Anfang an gefördert werden. Sie müssten in der Schule Deutsch können. Metz habe mit Flüchtlingen gearbeitet und sehe, welche Probleme es gebe. Das Schriftsystem zu lernen, ohne die Laute zu kennen, sei schwierig. Dazu sei das Schulsystem nicht darauf ausgelegt, dass bis zu ein Drittel der Kinder mit Migrationsgeschichte noch Deutsch lernen müssten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die hinten runterfallen“, fordert Metz.

Das rheinland-pfälzische Schulsystem biete derzeit für jedes Kind eine passende Schulform. Das müsse auch beibehalten werden, sagt der Liberale. Dazu gehöre auch, dass die Förderschulen erhalten bleiben. Zudem müsse der Übergang zwischen den Schulen besser gelingen – beispielsweise durch die Aufnahme von Wahlpflichtfächern wie Wirtschaft und Verwaltung oder Technik und Natur in das gymnasiale Curriculum.

Forderung: Winzer unterstützen

Aber auch über die Bildungspolitik hinaus hat der 27-Jährige klare Vorstellungen. Beispielsweise müssten die Öffnungszeiten für Automatenläden liberalisiert werden. Diese seien in den Dörfern, in denen es keinen Einzelhandel mehr gibt, gut. Denn so könnten die Leute vor Ort einkaufen und müssten nicht online bestellen. Und in solchen Geschäften sei es auch nicht nötig, dass Menschen in der Nacht oder an Sonntagen arbeiten.

Auch zu einem der wichtigsten Pfälzer Themen, dem Weinbau, äußert sich Metz. Er kenne genug Winzer aus dem Fußballverein, um zu wissen, wie schwer es diese haben. Auch hier müsse Politik ansetzen: Richtlinien unter anderem zum Pflanzenschutz vereinfachen, Bürokratie abbauen und am Mindestlohn schrauben, damit importierter Wein nicht mehr günstiger als hiesig erzeugter sei. Die Steuern auf Alkohol zu erhöhen, wie es im Bund gerade überlegt werde, hält Metz für „gefährlich“. Denn der Weinbau sei hier nicht nur touristisch und wirtschaftlich wichtig, sondern präge auch das Landschaftsbild. Der Weinbau müsse unterstützt werden, sagt Metz.

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