Landau Ein Umweltsünder – alle zahlen
Rund 100.000 Euro Mehrkosten setzt Bernhard Eck für die Verbrennung von Klärschlamm an, der im Klärwerk des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) in Mörlheim anfällt. Der Schlamm konnte bisher als Dünger auf Feldern ausgebracht werden. Seit Sommer dieses Jahres ist das nicht mehr zulässig, weil darin zu hohe Werte der Schwermetalle Quecksilber und Cadmium festgestellt worden sind. Jetzt muss der Klärschlamm verbrannt werden, was in diesem Fall in der Sondermüll-Verbrennungsanlage der BASF erfolgt. Der Verursacher ist noch nicht ermittelt, aber die Nachforschungen laufen. Das ist nicht ganz einfach, weil der Zeitpunkt – und natürlich der Ort – der Einleitung unbekannt ist. Eck erklärt, dass der Klärschlamm bis zu drei Wochen im Faulturm bleibt und dass auch das Abwasser schon bis zu 14 Stunden im Kanalnetz unterwegs ist, bis es in der Kläranlage ankommt. Aber Eck macht deutlich: „Als Umweltpartner der Stadt Landau wollen wir nicht auf diesen Zusatzkosten sitzenbleiben.“ Dies ist aber nicht der einzige und auch nicht der ausschlaggebende Grund für die Gebührenanhebung beim Abwasser: Der EWL investiert im kommenden Jahr 5,4 Millionen Euro. Rund vier Millionen fließen in Kanalerneuerungen einschließlich vieler Hausanschlüsse in Godramstein (was schon begonnen hat), Arzheim, Nußdorf und Teilen der Innenstadt. Teilweise werden alte Rohre mit Inlinern ausgekleidet: mit Schläuchen, die mit Kunstharz imprägniert sind und aushärten. Das verlängert die Lebensdauer alter Betonrohre um bis zu 20 Jahre. Heute werden als Abwasserleitungen nur noch Kunststoffrohre verbaut, Betonrohre kommen allenfalls noch bei Regenwasserkanälen zum Einsatz, wo sie weniger angegriffen werden. Außerdem wird der EWL 400.000 Euro in die Erneuerung seiner Kläranlage investieren. Aus allen diesen Gründen müssen die Schmutzwassergebühren von 1,30 Euro auf 1,36 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. Das bedeutet für eine durchschnittliche vierköpfige Familie (35 Kubikmeter Abwasser pro Kopf und Jahr) eine jährliche Mehrbelastung von 8,40 Euro. Der EWL-Verwaltungsratsvorsitzende Maximilian Ingenthron (SPD) betont, dass Landau damit immer noch günstig ist: Während besagte Musterfamilie dann 264 Euro für ihr Abwasser bezahlen muss, schwanken die Werte in anderen Kommunen im Land zwischen 210 und 710 Euro, bei einem Landesdurchschnitt von 468 Euro. Die Preise für die Müllverbrennung in Pirmasens sind leicht gesunken, und bei der Wertstofffraktion Papier, Pappe und Kartonagen erzielt der EWL derzeit leichte Gewinne. Daher können die Müllgebühren länger stabil bleiben, und auch der neue Behälterservice (Abholen und Zurückbringen von Tonnen) wirkt sich nicht gebührentreibend aus. Der neue Wertstoffhof in Mörlheim wird nach heutigem Stand im November 2017 fertig. Dort und bei anderen Investitionen kommt der EWL ohne Kreditaufnahmen aus, was laut Eck dazu beiträgt, Gebühren niedrig zu halten. |boe