Landau Ein großes Herz für Menschen

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In ihrem Haus in der Türkheimer Straße lagen Konzertkarten bereit, in Vorbereitung auf den Jakobspilgerweg hatte sie für März eine Reise nach München gebucht, für Oktober war eine Tour mit den Töchtern geplant. Sterben war das letzte, an das die lebensfrohe 65-Jährige dachte. Viola Sauter, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, starb am Dienstag überraschend (wir berichteten am Mittwoch kurz).

„Jetzt fängt das Leben richtig an“ hat Viola Sauter ausgerufen, als sie im Oktober 2014 in Rente ging. 43 Jahre lang hatte die gelernte Bauzeichnerin an der Universität in Karlsruhe gearbeitet. Nun endlich sollte sie noch mehr Zeit haben für ihre große Herzenssache, den Landauer Kinderschutzbund. Vor 16 Jahren war sie über die legendäre 15. Ausbildungsgruppe für die Beratung von Kindern und Jugendlichen am damals noch so genannten „Sorgentelefon“ als Ehrenamtliche zur Lobby für Kinder gekommen. Vielleicht war es die eigene Lebensgeschichte, die sie dazu bewegte. Als 1982, kurz vor der Geburt der zweiten Tochter, ihr Ehemann verstarb, hat sie ihre Kinder allein großgezogen. „Sie war eine Frau der Tat, hat sich nicht nur vorgenommen, etwas zu tun, sondern alle Ideen sofort umgesetzt“, beschreiben die Töchter, mit denen sie jeden Sommer vier Wochen auf Entdeckungsreise in die Welt hinaus zog, ihre Mutter. Auch als Erwachsene in Köln und Zürich lebend, umschlang sie bis zuletzt ein inniges Band der Liebe und des Zusammenhalts. „Sie hat gesehen, was gerade zu tun ist und hat angepackt, auch Briefe eingetütet und Wurst gebraten, war sich für keine Tätigkeit zu schade“, so charakterisiert der hauptamtliche Geschäftsführer Heinrich Braun seine ehrenamtliche „Chefin“. Zusammen mit Sauters Stellvertreterin Tanja Nau wird er vorübergehend die Lücke im Verein füllen. In ihre Rolle als Vorsitzende war Sauter seit der ersten Wahl am 8. Mai 2006 langsam hineingewachsen. Hat sie am Anfang noch stundenlang mit ihren Töchtern anstehende Reden besprochen, so wurden die Dankesworte bei Scheckübergaben zunehmend freier. Bei allen Anlässen hat sie die Ehrenamtlichen gelobt, ohne die Benefizveranstaltungen wie das Enten-Rennen und das Mima-Fest im Goethepark nicht möglich wären. Auch am Montagmorgen war sie noch im „Blauen Elefanten“. Gegen Abend rief sie den Rettungswagen, weil es ihr zunehmend schlechter ging. Zwölf Stunden später blieb das große Herz, nach 65 Jahren im Taktschlag für Familie, Freunde und Hilfsbedürftige, unvermittelt stehen. Den sehnlichen Wunsch, ihre Asche in der Bretagne in den Wind zu streuen, können ihr die Töchter von Gesetzes wegen nicht erfüllen. „Aber wir werden dahin fahren, wo sie am liebsten war und an die Mama denken“, sagen sie. „Isch bin ä eschdes Landauer Mädsche“, hat sie immer wieder betont. Am 14. September 1949 kam sie als zweite von drei Schwestern in ihrem Elternhaus am Nordpark zur Welt. Ihre letzte Ruhestätte wird Viola Sauter, die Blumen so sehr liebte, auf der Insel der Rosen im Memoriam Garten auf dem Landauer Hauptfriedhof finden. (srs)

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