Landau
Dreckige Gebäude: Stadt will auf eigene Mitarbeiter setzen
Die Sauberkeit von Schulen und Amtsgebäuden wird in Landau schon seit Jahren diskutiert – es ist zu dreckig, meinen Schüler, Eltern, Lehrer, Mitarbeiter und Beamte. Das soll sich nun ändern, der Werksausschuss des Gebäudemanagements (GML) hat dafür einstimmig den ersten Schritt gemacht.
Es sollen Teams mit eigenen Mitarbeitern aufgebaut werden, die an acht innenstädtischen Schulen reinigen. Geplant ist zunächst eine Art Pilotphase, wie Bürgermeister Lukas Hartmann gegenüber der RHEINPFALZ erklärte. Ab 2027 sollen die neuen Kräfte anfangen. Auf Basis dieser Erfahrungen würde dann entschieden, ob das Modell ausgeweitet wird. Ob es so kommt, entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung Ende April. Es ist davon auszugehen, dass der Rat die Entscheidung des GML-Ausschusses bestätigen wird.
Innung: Ausschreibung das Problem
Unterdessen reagiert auch die Obermeisterin der Gebäudereiniger-Innung Rheinhessen-Pfalz, Hélène Staiber aus Ludwigshafen, auf die Berichterstattung über die Probleme in Landau. Die Probleme seien ernst zu nehmen, teilt sie in einer Stellungnahme mit. Allerdings „greift die Schlussfolgerung, die Ursache liege primär bei den beauftragten Reinigungsunternehmen, zu kurz“.
Das Kernproblem sei häufig die Art von Ausschreibung und Vergabe bei öffentlichen Aufträgen. „In vielen Fällen entscheidet nahezu ausschließlich der niedrigste Preis über den Zuschlag. Dieses sogenannte ,Billigstbieterprinzip’ führt zwangsläufig dazu, dass Leistungen nur eingeschränkt erbracht werden können. Qualitativ hochwertige Reinigung ist jedoch personalintensiv – und Qualität hat ihren Preis“, kommentiert die Obermeisterin, die auch Geschäftsführerin der Reinigungsfirma Viktoria G. F. Hehl ist.
Vorschlag: Mehr Geld für Reinigung zahlen
Zudem erschwere die komplexe Ausschreibungspraxis es regionalen, qualifizierten Betrieben, an die Aufträge zu kommen. „Dabei sind es gerade regionale Unternehmen, die durch kurze Wege, stabile Personalstrukturen und persönliche Verantwortung oft eine deutlich höhere Qualität und Kontinuität gewährleisten können.“
Eigenes Reinigungspersonal einzustellen sei kein Allheilmittel, sagt Staiber. „Eigenreinigung unterliegt denselben Herausforderungen: Fachkräftemangel, Vorhalten von Personalkapazitäten für Krankheitsvertretungen, steigende Lohnkosten, das notwendige Know-how und der generelle organisatorische Aufwand. Eigenreinigung ist zudem immer teurer als Fremdreinigung.“ Die Innungsobermeisterin meint, es wäre sinnvoller, einen Teil der Kosten für die Eigenreinigung „gezielt in die Optimierung der Fremdreinigung zu investieren“.