Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Diamantene Hochzeit: Liebe, Vertrauen und Toleranz als Zutaten für eine gute Ehe

Haben einiges gemeinsam erlebt: Barbara und Klaus Haas.
Haben einiges gemeinsam erlebt: Barbara und Klaus Haas.

Seit 60 Jahren verheiratet, in der Kurstadt verwurzelt – und doch war nicht alles leicht. Barbara und Klaus verraten ihre „Zutaten“ für eine gute Ehe.

Barbara und Klaus Haas feiern am 13. Mai diamantene Hochzeit. In der Kurstadt sind sie durch den Beruf von Klaus Haas und das Engagement seiner Frau keine Unbekannten. Bei den „Zutaten“ einer guten Beziehung ist sich das Paar sofort einig: Liebe, Vertrauen und Toleranz. Sich auch mal selbst zurücknehmen können.

Nicht so schnell aufgeben, wenn es mal rumpelt, und den anderen nicht erziehen wollen. Das Ganze einmal gerührt und geschüttelt – bei Familie Haas hat es geklappt, 60 Jahre sprechen ihre eigene Sprache. Eine Zutat fehlt noch: Familie leben, sich umeinander kümmern. „Wir ergänzen uns gut und haben uns auch in schwierigen Zeiten beigestanden“, ist ihr Fazit nach sechs Jahrzehnten.

Zufall oder Schicksal?

„Ich würde mit dir um die ganze Welt fahren“, strahlt Barbara Haas noch heute ihren Mann an. Sechzig Jahre haben die beiden bisher zusammen verbracht, vieles erlebt und einiges durchstehen müssen. 1934 wird der Ehemann in Leverkusen geboren, Barbara Haas 1945 in Warendorf bei Münster unter Artilleriebeschuss im Kohlekeller des Kreiskrankenhauses. Geburtshelfer ist ihr Vater, der als Arzt aber weiß, was er tut.

Ist es Jahre später Zufall oder Schicksal, das die beiden zusammenführt? Klaus Haas studiert in Köln Jura, macht anschließend eine Banklehre. Ohne es zu wissen, wohnt er bei einer Tante seiner späteren Frau. Seine Vermieterin bittet ihn irgendwann, sie in seinem Auto bis Warendorf mitzunehmen.

Kaffee im Viermädelhaus

Er wird als Dank zum Kaffee in das „Viermädelhaus“ eingeladen, seine künftige Frau hat drei Schwestern. Es funkt zwischen den beiden, und Barbara Zumbansen und Klaus Haas unternehmen eine Woche lang jeden Tag etwas zusammen. „Es war romantisch“, schwärmt die Ehefrau heute noch. Sie ist medizinisch-technische Assistentin, arbeitet in der elterlichen Praxis und im Krankenhaus in Warendorf.

Die beiden müssen sich aber kurz nach dem Kennenlernen ein halbes Jahr lang trennen, Klaus Haas arbeitet als Trainee in einer Bank in London. „Ich habe ihr jeden zweiten Tag einen Brief geschrieben“, erinnert er sich. Aber 1966 ist es dann so weit, die beiden heiraten in Warendorf, an einem Freitag, dem 13. im Wonnemonat Mai. Vier Wochen später folgt die kirchliche Trauung in Aachen, dem Wohnsitz seiner Eltern.

„Es war wirklich schön, eine ganz tolle Feier“, sind sich die beiden einig. Die Hochzeitsreise geht mit dem VW-Käfer an die Costa Brava, damals fast eine Weltreise. Dann geht es turbulent weiter. Vom Bankgeschäft „das war mir zu trocken“ wechselt Klaus Haas in den Kurbetrieb und die Tourismusbranche.

Drei Kinder bekommt das Paar in dieser Zeit, 1967, 1968 und 1969 werden zwei Mädchen und ein Junge geboren, um die sich die Ehefrau kümmert, die später wieder in ihrem Beruf arbeitet. Die Familie zieht sechs Mal um, bis sie in Bad Bergzabern endgültig Fuß fasst. „Es war eine Herausforderung“, sagt der Vater heute. Und wer weiß, vielleicht wären sie gar nicht in Bad Bergzabern gelandet, wenn Klaus Haas nicht so viele Qualifikationen hätte vorweisen können, denn es gab damals sehr viele Mitbewerber für die Stelle.

Kurdirektor in Bad Bergzabern

1989 wird er Kurdirektor in Bad Bergzabern und Geschäftsführer des Staatsbades und des Tourismusvereins. Ein schwerer Schicksalsschlag trifft das Paar 1991. Der unerwartete Tod des Sohnes, den sie verkraften müssen. Heute sind Klavierspielen, Pflanzenzucht für den Garten und Dichten Hobbys von Klaus Haas, der stolz ist auf seine Modelleisenbahn.

Seine Frau hat das Malen von Ikonen gelernt und geht ins Fitnessstudio. Seine Gedichte füllen Ordner, und nicht nur die Kinder, die ihre Eltern als „Harmony Club“ bezeichnen, bekommen zu jedem Geburtstag ein neues Gedicht. Die Ehepartner lösen leidenschaftlich gerne das „Um-die-Ecke-Denken“-Rätsel in der RHEINPFALZ. Barbara Haas engagierte sich 13 Jahre lang leitend bei „Essen auf Rädern“ in der Kurstadt.

Ihr Mann übernimmt acht Jahre lang den Vorsitz des Kneipp-Vereins und initiiert den ersten Kneipp-Kindergarten in Rheinland-Pfalz, die Kita St. Martin. Beide singen viele Jahre im Kirchenchor St. Martin.

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