Landau / SÜW
Das Klinikum braucht wieder Geld
Die finanzielle Schieflage der Krankenhäuser in Deutschland ist derzeit allerorten in den Schlagzeilen. Da verwundert es nicht, dass auch das Klinikum Landau-Südliche Weinstraße Geld braucht. Deshalb geht dessen Geschäftsführer Guido Gehendges derzeit herum und bittet die beiden Träger-Kommunen, die Stadt Landau und den Kreis Südliche Weinstraße, um Hilfe. Beide sollen entweder für je drei Millionen Euro eine Bürgschaftserklärung abgeben – oder sich bereiterklären, das Geld als Gesellschafterdarlehen zur Verfügung zu stellen. Die Gremien haben dem Wunsch entsprochen.
Wie Gehendges gegenüber dem Landauer Stadtrat betonte, solle die Entscheidung nur zur Absicherung da sein und alle Eventualitäten abdecken. Das Klinikum stehe in Gesprächen mit der Sparkasse Südpfalz, die ein „guter Partner“ sei. Es gebe Krankenhäuser im Land, die wegen der schlechten Finanzierung der Kliniken derzeit keine Kredite mehr bekämen. Aber: Die Nachfrage von Wolfgang Harsch (FW), ob die Sparkasse schon Signale geschickt habe, dass es mit weiteren Krediten eng werden könnte, beantwortete Gehendges nicht eindeutig.
Station geschlossen
Grundsätzlich gebe es aber Hoffnung, dass sich die Lage in der kommunalen Einrichtung bessere, sagte der Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr stehe man bei den erbrachten Leistungen schwächer da als 2024 – aber es sei im Vergleich zum Vorjahr ein „besseres Finanzjahr gewesen“, so Gehendges. Dennoch bleibe unter dem Strich eine rote Zahl stehen. Er hoffe aber, dass 2024 die Talsohle erreicht worden sei. Auch der Kontostand sei derzeit höher als zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2025. Mit einem „nicht funktionierenden Rahmen“ habe man es dennoch „irgendwie gepackt“, sagte Gehendges.
Probleme blieben unter anderem im Bereich der Investitionen: Das Klinikum habe für diese zwölf Millionen Euro langfristige Darlehen aufnehmen müssen, und das, obwohl die Investitionen eigentlich vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden müssten. Aber das Klinikum habe auch eine Station schließen müssen.
Mehr Bewerber für Pflegeschule
Das liege vor allem am Fachkräftemangel, von dem ebenfalls seit Jahren berichtet wird. „Hätten wir mehr Pflegekräfte, dann wäre die Station auch noch am Netz“, so Gehendges. Nach der Schließung des Hauses in Annweiler habe man zwar viele Mitarbeiter halten können, aber dennoch einige verloren. Das seien vor allem diejenigen mit Wohnort in der Südwestpfalz gewesen, die sich neue Arbeitsplätze Richtung Pirmasens gesucht hätten. Gerade für Teilzeitkräfte hätte sich die Fahrt zur Arbeit nach Landau oft nicht mehr gelohnt, gestand Gehendges ein. Zudem sei eine sehr gute Handchirurgin vom Klinikum in die Asklepios Südpfalzklinik Kandel gewechselt. Aber auch bei den Pflegekräften gebe es Hoffnung.
Denn das Klinikum hat die Pflegeschule aus Klingenmünster nach Landau verlagert. Seit dem Ortswechsel gebe es höhere Bewerberzahlen, erklärte der Geschäftsführer. Aber es gibt noch einen weiteren Elefanten im Raum: die Fusionsgespräche mit dem Vincentius-Krankenhaus in Landau.
Belastbares soll es in wenigen Monaten geben
Die Gespräche mit dem Eigentümer des Stift, der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (CTS), dauerten noch an, berichtet Gehendges. Ziel sei klar eine Fusion sowie ein ausgewogenes Ergebnis. Doch dabei handele es sich „um kein einfaches Unterfangen“, betonte der Geschäftsführer vor dem Stadtrat. Man verhandle in einem „harten Fahrwasser“. Denn auch das Stift ist in Schieflage – so wie die CTS, die gar ein Sanierungsfall ist. Im Oktober wurde bekannt, dass wegen der Sanierung die Gehälter von Mitarbeitern im Haus in der Landauer Südstadt gekürzt werden.
Die Gespräche sind dennoch auf einem guten Weg, wie es Gehendges darstellt. Er geht davon aus, dass es in den nächsten Monaten eine belastbare Vereinbarung geben werde, die dann den zuständigen Gremien – unter anderem dem Aufsichtsrat des Klinikums, aber auch Stadtrat und Kreistag – vorgelegt wird. Es wäre möglich, dass die Entscheidung über die Zukunft der Landauer Krankenhäuser dann noch in diesem Jahr fallen könne.