Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Casten Linnemann im Universum: Gelebte Harmonie

Carsten Linnemann verbrachte einen harmonischen Abend mit Landtagskandidatin Claudia Braun.
Carsten Linnemann verbrachte einen harmonischen Abend mit Landtagskandidatin Claudia Braun.

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase: Noch knapp eine Woche bis zur Entscheidung. CDU-Kandidatin Claudia Braun holte mit Carsten Linnemann den nächsten Promi in die Pfalz.

Es gibt Aussagen, für die man in der Pfalz riskiert, auf einem größeren Platz an einem eigens errichteten Pranger zu enden. Aber es gibt auch Leute, die damit durchkommen. Auftritt: Carsten Linnemann. Der CDU-Generalsekretär war am Donnerstagabend im Landauer Universum-Theater zu Gast. Dort nutzte der gebürtige Paderborner die Gelegenheit, mit einem Lächeln auf den Lippen anzumerken, dass der Fußballverein SC Paderborn ja jüngst in Kaiserslautern 2:1 gewonnen habe. Die Aussage schadete ihm aber nicht.

Denn der Abend verlief geradezu vorbildlich harmonisch. Eingeladen wurde Linnemann von der CDU-Direktkandidatin für den Wahlkreis 50, Claudia Braun. Nach Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Gitta Connemann, die als Bundesvorsitzende der Mittelstandsunion eine bundesweite Debatte („Lifestyle-Teilzeit“) losgetreten hatte, war Linnemann der vierte hochrangige Besucher, den die 41-Jährige in die Südpfalz lotsen konnte.

Erfolg wäre Schub für CDU

Es sei die „entspannteste“ Wahlkampfveranstaltung seines Lebens gewesen, lobte Linnemann die hiesigen Christdemokraten, die ins halbvolle Universum geströmt waren. Rund 220 Menschen seien da, hieß es, darunter auch Europaabgeordnete Christine Schneider, Bundestagsabgeordneter Thomas Gebhart und Landrat Dietmar Seefeldt.

Und natürlich gehen sie alle davon aus, dass die CDU die Wahl in Rheinland-Pfalz gewinnt. Nach 35 Jahren sei es Zeit für einen Wechsel, meinte Linnemann. Ein Erfolg würde der CDU guttun und einen Schub für Berlin geben. Auch wenn die Bundesregierung unter CDU-Führung viel erreicht habe, man habe wegen der zuvor ausgeschlossenen Schuldenaufnahme zu Beginn der Amtszeit von Bundeskanzler Friedrich Merz ein „Glaubwürdigkeitsproblem“, gestand der 49-Jährige ein. Und die Wahl in Baden-Württemberg wurde auch nicht gewonnen. Aber das ficht Braun nicht an. Sie setzt auf Sieg.

Was Claudia Braun fordert

Dabei ist Braun über die Liste abgesichert – sie wurde von den Parteimitgliedern auf Platz 16 gewählt. Der Einzug in den Landtag ist ihr nach menschlichem Ermessen nicht zu nehmen. Auch in der aktuellsten Umfrage liegt die CDU vorne. Doch nur ein Prozentpunkt trennt die Christdemokraten von der SPD. Beide Parteien haben im Vergleich zur vorigen Erhebung je einen Prozentpunkt gewonnen.

Die Mutter zweier Kinder präsentierte sich auf und vor der Bühne nahbar. Ihre Positionen sind nicht überraschend für eine Konservative: Braun fordert eine Entlastung für Unternehmen, Bürokratieabbau, eine Aufwertung des Handwerks, den Bau der zweiten Rheinbrücke Richtung Karlsruhe sowie mehr ICE-Halte in der Pfalz. Und natürlich, dass Gordon Schnieder in die Staatskanzlei einzieht.

„Verkrustete Strukturen aufbrechen“

Linnemann kam mit rund einer Stunde Verspätung in Landau an.
Linnemann kam mit rund einer Stunde Verspätung in Landau an.

Das wünscht sich Linnemann ebenfalls, klar. „Gordon“, an diesem Abend nennen sich alle beim Vornamen, müsse Ministerpräsident werden. Das Land brauche einen Politiker, dem es nur um die Sache gehe – einen mit klaren Vorstellungen, der ohne „Tamtam“ auskomme. Die „verkrusteten Strukturen“ in Rheinland-Pfalz müsse man nach 35 Jahren „aufbrechen“. Aber regional wird Linnemann auf Nachfrage auch.

Als Unternehmer Marco Feig den wirtschaftlichen Niedergang der Südwestpfalz anspricht, macht der Bundespolitiker einen Vorschlag, der über die Entlastung von Unternehmen hinausgeht. Man könne auch eine Sonderwirtschaftszone für die Region ins Leben rufen. Dies lasse die EU zu. Gründer hätten die Möglichkeit, zwei Jahre lang auf jegliche Bürokratie verzichten zu können. Man könne also zwei Jahre ins Geschäftsmodell stecken und dann den Rest nachholen, erklärt Linnemann. Eine Forderung, die im Saal nicht nur bei Claudia Braun auf Zustimmung stößt.

So gab es am Ende einen zufriedenen Gast aus Berlin und eine strahlende Wahlkreiskandidatin der CDU aus Edesheim. Bleibt nur eine Frage: Was war mit Brauns Markenzeichen, der gelben Jacke? Die hing am Rand der Bühne – für alle gut sichtbar.

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