Birkweiler
Brautatelier in Birkweiler: Nur das Beste für den schönsten Tag
Die Hochzeit wird oft als schönster Tag des Lebens bezeichnet. Für Brautkleider gibt es das Brautatelier Schleppe & Schleier im ehemaligen Schulhaus in Birkweiler. Inhaberin Bianca Dippel bietet 200 Modelle an. Sie hat das Atelier am 1. November 2024 von Brigitte Kreische übernommen. Für Dippel ist die Lage in Birkweiler optimal, auch weil sie im benachbarten Ranschbach wohnt. „Ich sagte zu Brigitte, die ja auch in Ranschbach wohnt: Wenn du irgendwann mal dein Geschäft aufgibst, würde ich es zu gerne übernehmen“, berichtet sie. Die Inhaberin hatte schon immer ein Faible für schöne Kleider. Ihre Familie war von dem Vorhaben sofort angetan und unterstützt sie. So fungiert ihre künftige Schwiegertochter als Model, um die Kleider fotografisch zu präsentieren.
Dippel ist gelernte Industriekauffrau, wuchs in Marburg auf und kam vor 32 Jahren der Liebe wegen in die Pfalz. Heute arbeitet sie hauptberuflich in der Verwaltung des Pfalzklinikums in Klingenmünster. Dies ist auch der Grund, weshalb es bei Schleier & Schleppe keine festen Öffnungszeiten gibt. Sie vereinbart Termine mit potenziellen Kundinnen.
Generationenunterschiede bei Kleiderwahl
„Ich liebe das hier und es ist ein wunderbarer Ausgleich zu meinem Beruf“, erklärt die Inhaberin. Die ausgestellten Modelle bewegen sich in der Regel in den Größen 38 bis 42. Sie ermittelt die Größe der künftigen Braut. Dabei sind nach unten und oben praktisch keine Grenzen gesetzt: Das Repertoire reicht bis Größe 56. Sie bestellt dann bei Herstellern in der Ukraine, Italien, Frankreich, Spanien oder China. Lieferzeiten können bis zu einem halben Jahr dauern, denn alle Kleider werden in stundenlanger Handarbeit gefertigt. Dabei setzt Dippel auf Qualität. Doch auch für kurzentschlossene Paare sucht sie Lösungen. Zudem bietet sie Schuhe und Schmuckstücke an.
„Bei mir dürfen die Frauen noch richtig an die Kleider ran, sprich: sie anfassen, fühlen und probieren“, sagt Dippel. „Dies ist in anderen Läden in der Branche nicht unbedingt der Fall.“ Manche Bräute haben schon nach 30 Minuten ihre Wahl getroffen, andere brauchen bis zu vier Stunden. Die Jüngeren stehen dabei eher auf Modelle mit Spitze, während Ältere oft auf weniger ausgeschmückte Kleider setzen. „Hier in unserer Region setzen die Bräute noch sehr viel auf Tradition.“
Anpassungen nach Lieferung möglich
Dippel selbst ist ein Fan des langen Brautkleids, hat aber auch kürzere im Angebot. Letztere werden häufig für die standesamtliche Trauung gewählt. In der Kirche setzt ein Großteil der Kundinnen aber auf die längere Variante. Fürs Standesamt wird oft auf „Mix and Match“ gesetzt: Wenn bei einem Brautkleid das obere Teil besonders gut gefällt, das untere aber nicht zusagt oder umgekehrt, werden Ober- und Unterteil kombiniert und zum Wunschkleid zusammengeführt.
Mit dem Kundenzuspruch ist Dippel zufrieden, hätte aber auch nichts dagegen, wenn dieser noch zunähme. „Wichtig ist für mich nicht zuletzt die Mund-zu-Mund-Propaganda, durch welche man auf mein Atelier aufmerksam wird“, erklärt sie. Kommt das Kleid aus der Fertigung zurück, teilt sie dies den Kundinnen mit, die dann wieder ins Atelier kommen, um es anzuziehen. Dabei kommt Birgit Hammer ins Spiel. Als externe Schneiderin nimmt sie eventuell nötige Anpassungen vor.
Höhepunkt in Barcelona
Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre machen sich auch in der Brautmodebranche bemerkbar. Das spürt die Inhaberin besonders deshalb, weil viele der von ihr bestellten Kleider in der Ukraine gefertigt werden. Dort mangelt es aber aktuell am Stoffnachschub, also gehen die Preise nach oben. Parkplatznöte gibt es hingegen nicht, vor der alten Schule findet sich immer ein Platz für das Auto.
Ein weiterer Höhepunkt steht Ende August mit dem Besuch der „European Bridal Week“ an, einer internationalen Brautmoden-Messe für den Fachhandel. Dazu fliegt Dippel mit ihrer jüngsten Tochter und einer Freundin nach Barcelona. Zahlreiche Aussteller präsentieren dort ihre aktuellen Kollektionen von rund 200 Labels aus mehr als 20 Ländern. Dort sind auch extravagante Modelle für die High-Society-Bräute zu sehen.
Info
Brautmoden-Atelier Schleier & Schleppe, Weinstraße 32, Birkweiler, Telefon 0174 9557202, im Netz: schleier-schleppe.de, E-Mail: info@schleier-schleppe.de, Instagram Schleierschleppe.
Die Serie
Parkplätze, Inflation, Online-Handel: Die Geschäfte in südpfälzischen Ortskernen stehen vor vielen Herausforderungen. Wir stellen in loser Reihenfolge inhabergeführte Einzelhändler vor – und fragen, wie sie auf den wachsenden Druck reagieren.
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