Landau Blumenladen Rosenrot: Weitere Geschäftseröffnung in Uferschen Höfen

Josefa Gualda Alonso lacht gerne.
Josefa Gualda Alonso lacht gerne.

„Für mich soll’s rote Rosen regnen“ sang Hildegard Knef. Dieses Chanson könnte auch Josefa Gualda Alonso am Samstag anstimmen. Denn sie eröffnet in den Uferschen Höfen ihren Blumenladen Rosenrot. Die roten Rosen sind schon da.

Seit Monaten fiebert die zierliche Spanierin dem Tag entgegen. Die Floristin fühlt sich sichtlich wohl im neuen Quartier. Untergebracht im Erdgeschoss des „Zollspeichers“ in der Husarengasse, ist der Laden derzeit nur über den Kleinen Platz erreichbar. Wenn die Bauarbeiten in diesem zweiten Hof fortgeschritten sind und der Zugang über die Theaterstraße erst geöffnet ist, wird die Ecke belebter sein als derzeit. Direkt neben Rosenrot soll ein veganes Café Gäste verwöhnen, doch die Räume sind noch Baustelle.

Josefa Gualda Alonso, die alle immer nur Fina rufen, hatte schon im März Einzug gehalten im Quartier, allerdings in der Theaterstraße, im ehemaligen Unverpackt-Laden. Bis August war die 51-Jährige dort mit einem Pop-up-Store vertreten. Im September wechselte sie für sechs Wochen auf den Landauer Wochenmarkt. Nun ist alles in den Uferschen Höfen für Rosenrot „angerichtet“.

Die Floristin arbeitet gerne auch mit Draht.
Die Floristin arbeitet gerne auch mit Draht.

Nackte gesammelt

Schon seit 30 Jahren lebt die im spanischen Granada geborene Wahl-Annweilerin in Deutschland. 15 Jahre lang war sie an der Nahe heimisch, hatte in Bad Kreuznach eine Werkstatt in einer großen Scheune und war auch auf dem Wochenmarkt vertreten. In die Pfalz kam sie, weil ihr Mann von hier stammt.

Die neue berufliche Bleibe ist zwei Tage vor der Eröffnung noch spärlich möbliert. Da fällt der Blick zunächst auf die Lampen. Die hat die 51-Jährige mit ihrem 29 Jahre alten Sohn selbst gemacht. Das Team hat nackte Frauen auf Papier gesammelt und mit anderen Schnipseln dosiert auf den Lampenschirmen verteilt. Wer zur Tür hereinkommt, blickt auf eine Holde im roten Leibchen, die verführerisch einen roten Apfel zum Mund führt und dabei ihre vollen Brüste zur Schau stellt. „Ein bisschen provokant“, kommentiert Alonso und freut sich. Das liebt sie.

Schiefer auf Holz

Die Ladenfläche ist mit 33 Quadratmetern und raumhohen Schaufenstern nicht sehr groß – und eine Herausforderung, wie die Floristin bemerkt. Aber sie weiß schon, wie sie dekorieren wird. Der große Holztisch, den ihr erster Mann ihr gebaut hat, ist die Werkbank, an der sie von jeher arbeitet. Eine Schieferplatte darauf erdet die Blumenkünstlerin. Wie viele ihrer Sachen hat auch dieses Fundstück aus einem Steinbruch im Hunsrück eine Bedeutung für sie. „Alles hat eine Geschichte.“

Gualda Alonso möchte ihren Raum mit Drahtkunstwerken bereichern, zwei Herzen hängen schon. Sie arbeitet experimentell. „Wenn du kreativ bist, hast du keine Grenzen“, erzählt sie und lacht wieder. Am Eröffnungstag möchte sie die Besucher überraschen. Kaffee und Kuchen gibt es auch. Fürs Kuchenbacken hat sie Freunde gewinnen können. „Freundschaft ist auch nicht umsonst“, haut sie wieder einen Satz raus, der schmunzeln lässt.

Rote Rosen stehen schon in zwei großen Behältern bereit. Rot ist ihre Lieblingsfarbe, verrät die 51-Jährige. Aber eine Lieblingsblume habe sie nicht. „Ich mag alle Blumen“, sagt sie. Am liebsten arbeitet die Spanierin mit Materialien aus der Natur, Holz, Filz, Papier oder Draht zum Beispiel. Nur Plastik ist verpönt im Rosenrot.

Info

In einer früheren Version des Artikels wurde das Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ Marlene Dietrich zugeschrieben. Gesungen wurde der Klassiker aber natürlich von Hildegard Knef. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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