Landau Blick für andere Kulturen schärfen

Ihr Auslandsemester führte Jana Steinbacher über die Grenzen Europas hinaus. In Windhoek unterrichtete sie in der Deutschen Höhe
Ihr Auslandsemester führte Jana Steinbacher über die Grenzen Europas hinaus. In Windhoek unterrichtete sie in der Deutschen Höheren Privatschule.

«Lingenfeld.» „Bilinguales Lehren und Lernen“ – damit beschäftigt sich Jana Steinbacher akademisch. Sie gehört zu den 256 Grundschullehramtsstudenten an der Karlsruher Pädagogischen Hochschule (PH), die die Profilierung „Europalehramt“ gewählt haben. Ihr Auslandsemester führte die Lingenfelderin über Europas Grenzen hinaus: nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias.

Wenn Jana Steinbacher von ihrem Studium erzählt, fallen Begriffe wie „Multilingualität“ und „kulturelle Diversität“. „Ich wollte, dass Sprache weiter in meinem Beruf verankert ist.“, sagt die 21-Jährige. Darum habe sie nach ihrem Abitur am Goethe-Gymnasium in Germersheim und einem einjährigen Au-Pair-Aufenthalt in Australien den Studiengang Grundschullehramt mit dem Profil „Europalehramt“ gewählt. Dieses besteht aus drei Seminaren, in denen die Studenten lernen, andere Sprachen und Kulturen im Unterricht einzubringen. Sie können ihr Wahlfach in Englisch oder Französisch studieren. Jana Steinbachers Hauptfächer sind Englisch und Geografie, dazu kommt Deutsch als Grundfach. Bald im vierten Semester, weiß sie, dass sie in der Grundschule nicht nur Englisch reden können wird. „Ich möchte Geografie-Themen mit Ländervergleichen so aufarbeiten, dass die Kinder die Existenz anderer Kulturen vermittelt bekommen.“ Dabei soll eine Affinität gegenüber Sprachen geweckt werden. Den Studiengang Europalehramt gibt es seit 1999 nur in Karlsruhe und Freiburg. In Karlsruhe können sowohl Grundschullehramt als auch Unterricht der Sekundarstufe I (bis zur zehnten Klasse) mit dem Modul „Europalehramt“ kombiniert werden. „Europalehrämtler“ erhalten nach sechs Semestern den Bachelor, ein Jahr später den Master. Anderthalb Jahre Referendariat folgen. Danach können sie arbeiten – trotz des Studiennamens nur in Deutschland. „Europa“ soll lediglich für kulturelle Diversität stehen. „Der Studiengang passt gut zu weltoffenen, neugierigen und sprachbegabten Menschen“, sagt Steinbacher. Im dritten oder vierten Semester ist ein halbjähriger Auslandsaufenthalt Pflicht, um die Fremdsprache zu festigen. Hier sind die Studenten nicht an Europa gebunden: Steinbacher war in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Namibia war ihre Erstwahl: „Ich wollte in ein Entwicklungsland mit ganz anderer Kultur, um hierfür meinen Blick zu schärfen.“ Von September bis Ende Februar 2018 arbeitete sie in ersten und zweiten Klassen der Deutschen Höheren Privatschule Windhoek (DHSP), in der die Kinder neben dem namibischen Abschluss auch das Deutsche Internationale Abitur erwerben. Steinbacher unterrichtete in der Partnerschule der PH Karlsruhe auf Englisch und auf Deutsch und betreute zwei Kinder mit Lernschwächen mit einer Sonderpädagogin. „Aus der Uni habe ich viel Theorie mitgenommen, aber Klassenführung, Klassenmanagement und den Unterricht selbst habe ich in der Anwendung gelernt. Daher war es gut, dass ich so lange dort war.“ In einer wissenschaftlichen Arbeit möchte sie untersuchen, ob die von ihr betreuten Kinder, die zuhause Stammessprachen sprechen, durch den Unterricht bilingual aufwachsen. In ihrem Praktikum habe sie festgestellt, dass es oft schwierig sei, den Bedürfnissen jedes Schülers gerecht zu werden. Ob sie daher später tatsächlich Lehrerin werden oder in anderen Bereichen arbeiten wolle, entscheide sie vor dem Master. „Aber ich liebe die Studieninhalte des Europalehramts und die englische Linguistik. Ich denke, dass ich davon in jedem Fall nur profitieren kann.“

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