Landau
Baugenehmigung für neues Pfarrheim
„Die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe“ – so steht es in der Schöpfungsgeschichte. Wüst und leer lag auch das Abrissgrundstück an der Marienkirche da, seit im vergangenen Jahr das nicht mehr ausreichende und auch nicht wirtschaftlich zu sanierende alte Pfarrheim aus den 1950er-Jahren abgerissen worden war, um einem Neubau Platz zu machen.
Am Dienstagabend war der Bauantrag der Katholischen Kirchenstiftung St. Maria Thema im Bauausschuss. Wie berichtet, hatte die Stiftung einen Architektenwettbewerb ausgelobt, aus dem das Kaiserslauterer Architekturbüro AV1 Architekten als Sieger hervorgegangen war. Geplant ist ein dreistöckiger Neubau mit spitzem Satteldach, der die Bauformen der Umgebung und nicht zuletzt auch die der Kirche aufgreift. Der nach früheren Angaben rund 4,5 Millionen Euro teure Neubau wird in sandsteinfarben eingefärbtem Sichtbeton errichtet. Im Erdgeschoss ist ein Foyer mit Küche und einladender Glasfassade als Begegnungsraum geplant, im ersten Obergeschoss soll es Pfarrbüros und Gruppenräume geben, im zweiten und dritten Obergeschoss einen hohen, rund 160 Quadratmeter großen Gemeindesaal. Sanitär- und Lagerräume werden im Untergeschoss untergebracht. Zugleich wird der südliche Kirchenvorplatz an der Glacisstraße neu gestaltet. Unter anderem sind Sitzbänke im Schatten der alten Bäume geplant.
Wie Bauamtsleiter Christoph Kamplade berichtet, soll der gut 18 Meter hohe Neubau ein besonderes Solardach bekommen, bei dem keine Paneele auf oder in die Dachfläche gelegt werden, sondern Solarziegel als Eindeckung verwendet werden. Ein besonderes Merkmal ist der Südgiebel, der innen die Bühnenrückwand bildet. Er soll mit einem großen Feld von runden Öffnungen mit 20 Zentimeter Durchmesser gelocht werden. Die Längsseiten des Neubaus erhalten regelmäßig angeordnete Fenster mit Sonnenschutz. Kamplade sprach anerkennend von einem besonderen Gebäude.
Wann Baubeginn für den Neubau sein wird, soll voraussichtlich bei einer besprechung kommende Woche festgelegt werden, teilte Pfarrer Axel Brecht auf Anfrage mit.