Landau / Pirmasens: Der B10 auf der Spur B10-Schlagzeilen im Faktencheck: Quiz-Auflösung

Zehn knifflige Fragen zur B10: Heute decken wir die Lösungen auf .
Zehn knifflige Fragen zur B10: Heute decken wir die Lösungen auf .

Finden Sie die echte Fälle hinter diesen zehn kuriosen B10-Schlagzeilen! Darum ging es beim B10-Quiz der RHEINPFALZ. Hier gibt’s die Lösungen.

Zehn B10-Titel zum Staunen, Schmunzeln und Erinnern hatten wir für Sie im Schlagzeilen-Quiz der RHEINPFALZ zum Abschluss unseres Reports „Der B10 auf der Spur“ vorbereitet. Konnten Sie die echten Fälle hinter den Fundstücken aus den Zeitungsannalen entlarven? Hier gibt’s die Lösungen zu allen zehn Fragen.

1. Im Frühjahr wird die letzte Lücke geschlossen

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Ein 2,3 Kilometer langer B10-Abschnitt für 6 Millionen – wohlgemerkt – Mark. Solche Baupreise müssen schon sehr lange her sein. Richtig. Deswegen bezieht sich diese Überschrift auch auf die erste B10-Neubaustrecke bei Landau. Die Trasse zwischen Godramstein und der B272 wurde 1979 für den Verkehr freigegeben und war der Anfang einer Gesamtplanung bis nach Wilgartswiesen. Wohlgemerkt: Da ging’s noch nicht um vier Spuren, sondern erst einmal um Ortsumgehungen. Während der letzten Bauphase bis Hinterweidenthal (Antwort a) gab es längst Euro. Und wenn die Brücke bei Rinnthal (Antwort c) wirklich über zwei Kilometer lang wäre, dann würden wir wohl noch heute auf deren Fertigstellung warten.

Richtig ist: Antwort b

2. „Ich bin nicht umgefallen. Mich kann man nicht umdrehen.“

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BUND-Wortführer Ulrich Mohr (b) und Alt-Ministerpräsident Kurt Beck (c) könnten tatsächlich inhaltlich passen. Unsere Beschreibungen von ihnen beruhen auf realen Äußerungen. Allerdings war Mohr früher dran und Beck später. Den Kurswechsel 2002 darf sich Landaus damaliger OB Christof Wolff auf die Fahnen schreiben, der einräumte, seine Meinung zum B10-Ausbau geändert zu haben. Die neuen Fakten des Landes hätten ihn überzeugt. Nun ja, hielt nicht lange. Kurz darauf setzte die Landesregierung die gerade erst verkündeten Ausbaupläne erst mal für zehn Jahre wieder aus.

Richtig ist: Antwort a

3. „Wir verbringen mehr Stunden in Staus als beim Sex“

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Diesen Satz haute der Publizist Franz Alt bei einer Veranstaltung 2002 im Alten Kaufhaus raus, den die Ausbau-Gegner-Bürgerinitiativen Landau und Queichtal als Redner eingeladen hatten. Der Umweltpreisträger der Stadt Landau, der ab den 90ern das 3sat-Magazin „Querdenker“ moderierte, bezeichnete Autos als „Panzer unserer Zeit“, in der von Mobilität keine Rede sein könne, da die Deutschen „mehr Stunden in Staus als beim Sex verbringen“. Ob die moralische Instanz der „Süddeutschen“, Heribert Prantl (b), jemals in Landau war, ist nicht bekannt. Und Journalist Mathias Lohmann von der „taz“ (a) – das klingt zwar plausibel, ist aber eine reine Erfindung des kleinen Biber-Hirns.

Richtig ist: Antwort c

4. „Kein Forum für Schwätzer und Selbstdarsteller“

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Endlose Monologe zur Profilierung statt zur Problemlösung: Zugegeben, das ist kein Einzelfall in der B10-Dauerdebatte. Unsere zitierte Aufforderung von Versammlungsleiter Claus Meissner an die Teilnehmer stammt von der Mutter aller B10-Diskussionsrunden. Der erste Mediationsrunde 2004/05. Doch selbst der erfahrene Verfassungsrichter und eine Konfliktberatungsagentur gemeinsam schafften es nicht, zwischen den Pfälzer Sturschädeln zu vermitteln.

Richtig ist: Antwort b

5. Queichtal-Winzer sauer auf eigenen Verband

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Ganze zwei Sätze über ihre Einwände gegen eine vierspurige B10 in der Südpfalz fanden die Queichtal-Winzer in der neunseitigen Stellungnahme ihres Verbands zur B10-Mediation 2004. Den Rest der Seiten füllten die Argumente pro Ausbau aus der Westpfalz. Schließlich hatte der Landesverband auch nur einen Vertreter von dort zur Schlichtungsrunde entsandt. Diesen Fauxpas hatte sich der Bauern- und Winzerverband tatsächlich geleistet. Genau das Gegenteil wie in Antwort b hätte in der Südpfalz keinen Aufschrei verursacht. Und die „verkehrsresistenten“ Weinstöcke geben wir hiermit als Empfehlung an den Rebenzüchter vom Geilweilerhof weiter. Man kann sich ja nicht die ganze Zeit nur mit „Piwis“ befassen. Aber mal ehrlich, Antwort c ist natürlich reiner Humbug gewesen.

Richtig ist: Antwort a

6. „Erschreckende Hasenherzigkeit“

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Mit diesen Worten kritisierte 2005 der damalige SPD-Kreischef Alexander Schweitzer den Kurswechsel der CDU Südliche Weinstraße hin zu Befürwortung des B10-Ausbaus. Landrätin Theresia Riedmaier (a) war von dem plötzlichen Ausscheren zwar auch not amused, als „einmalig und fragwürdig“ bezeichnete sie das Vorgehen der CDU aber erst zwei Jahre später. Als diese in einer denkwürdigen Kreistagssitzung zusammen mit FDP und FWG hopplahopp eine Resolution durchdrückte, die den B10-Ausbau erstmals in der Südpfalz salonfähig machte. Und heute sieht auch der einstige Tadler Schweitzer darin „eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur“. Und das Elwetrittche-Zitat von Antwort b? Mindestens so real wie unser Pfälzer Kultvogel selbst.

Richtig ist: Antwort c

7. Festhalle: Ein Drama um vier Kilometer – Im Wortlaut: ...

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Beim Erörterungstermin zum weiteren B10-Ausbau in der Südpfalz ging es zwischen den Straßenplanern des Landes und den Kritikern vor Ort hoch her. Nach der Stimmung des Abends hätten alle drei Zitate fallen können, die wir Ihnen präsentierten. Der„alte Lappen“ Naturschutz und die „Rennstrecke“ B10 waren aber nur Finten von Nils Nager. Mit Vollgas ins Desaster ging es 2008 für die Finanzwelt. Hiervon mit Karacho eine Brücke zur Straßenplanung des Landes zu schlagen, das vollbrachte der Queichtal-Bewohner Karl Reiß damals tatsächlich. Der LBM reagierte übrigens gleich darauf, denn: Diesen Vorwurf habe er schon oft gehört.

Richtig ist: Antwort c

8. Leserbriefe Best-off

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Von „Martyrium“ bis zu „Verkehrstoten“: Tatsächlich stammen alle Zitate aus Antwort b) aus echten Leserbriefen.

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Harte Worte, starke Emotionen – die Leserinnen und Leser haben sich beim Thema B10-Ausbau nie zurückgehalten.

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Die Überschriften aus a) und c) klingen zwar nach erhitztem Stammtisch-Ton, sie stammen aber nicht aus Leserhand, die hat sich unser Haus-Biber aus den Barthaaren gezogen.

Richtig ist: Antwort b

9. Kreisel: B10 teilweise ...

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... unter die Erde verlegen: Das schlug der damalige Verkehrsdezernent Hans-Joachim Kreisel tatsächlich 2002 vor, um sich der B10 bei Landau zu entledigen. Die Hochbrücke über die Stadt (b) und die Bundesstraße auf Schienen (c) stammen nur aus dem Bauchladen unseres Nils Nagers. Fast.

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Wer hätte gedacht, dass tatsächlich jemand auf die abwegige Idee kommen würde, Autos und Lkw auf Waggons zu verladen und kostenlos per Bahn auf Reise durch den Pfälzerwald zu schicken. Aber Kreisels Vorgänger Peter Schirmer belehrt uns eines Besseren und reklamiert den „Huckepack-Verkehr“ für sich.

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„Den ,Saar-Pfalz-Shuttle’ möchte ich gerne als eigene Empfehlung reserviert haben“, schreibt er an die Redaktion und belegt dies gleich noch mit RHEINPFALZ-Artikeln aus dem Jahr 1991. Deswegen an dieser Stelle: Danke für diese weitere Offenbarung aus der Wunderkiste der B10-Geschichte.

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Dieses Fundstück möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Ändert aber auch nichts daran, dass bei dieser Frage der Tunnel die Lösung ist.

Richtig ist: Antwort a

10. „Schluss mit dem Stellungskrieg!“

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Im Zuge der zweite Mediation versuchten die drei politischen Wortführer der B10-Debatte – Riedmaier, Schlimmer und Matheis – tatsächlich, Bewegung in die jahrelang festgefahrene B10-Debatte zu bringen. Der große Wurf wurde die Trichterlösung letztlich jedoch nicht. Auch wenn die B10 zweimal für Fahrrad-Demos gesperrt wurde, für die Idee einer „Express-Fahrradautobahn“ (b) saß niemand im Sattel. Gleich ganz auf Spurensuche im postfaktischen Raum ging Antwort c: Unser Triple-W des Ausbaustreits, das durch Supervision und Selbstreflexion neue Lösungspfade beschreiten will? Eher was für die Therapiestunde, nicht die Regionalpolitik.

Richtig ist: Antwort a

Die B10-Story: Hier geht’s weiter

Alle anderen Serienteile unseres RHEINPFALZ-Reports „Der B10 auf der Spur“ finden Sie in unserem interaktiven Zeitstrahl zur B10 unter rheinpfalz.de/b10ausbau

Dort finden Sie ein komplettes Zeitpanorama der B10. 100 Jahre Pfälzer Asphaltgeschichte von Pirmasens bis Landau zum Durchklicken und Stöbern: mit vielen Hintergrundinfos, Fotos, Karten, Original-Dokumenten, Videos, aktuellen und historischen Artikeln sowie Leserbriefen aus der RHEINPFALZ.

Alle Teile unseres B10-Reports sind thematisch im Zeitstrahl eingeordnet und extra markiert. Das ist bereits veröffentlicht oder erwartet Sie noch:

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An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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