Landau Auf Wachstumskurs

Moderne Papiermaschinen hat das Unternehmen bereits in zwei Fabriken – hier die Anlage in Eisenhüttenstadt. Eine weitere Papierf
Moderne Papiermaschinen hat das Unternehmen bereits in zwei Fabriken – hier die Anlage in Eisenhüttenstadt. Eine weitere Papierfabrik ist geplant.

«Landau.» Jedem, der auf Südpfälzer Straßen unterwegs ist, dürften die anthrazit-pinkfarbenen Laster der Progroup schon mal aufgefallen sein. Im vergangenen Jahr feierte das Familienunternehmen sein 25-jähriges Bestehen (wir berichteten). Begonnen hatte alles mit einem Werk in Offenbach, der Verwaltungssitz ist mittlerweile in Landau, Werke betreibt der Wellpappenhersteller in mehreren Ländern Europas. Aber auf dem Erfolg ausruhen will sich Vorstandsvorsitzender Jürgen Heindl nicht. Der 62-Jährige, der bereits die Weichen für einen Generationenwechsel gestellt hat, hat noch einiges vor, bis er das Unternehmen in ein paar Jahren in die Hände seines Sohns Maximilian Heindl übergibt. So startet im März die Produktion im neuen Wellpappenformatwerk in Drizzona in der Lombardei. Damit steigt Progroup in den größten Wellpappenformatmarkt Europas ein. Der Bedarf in Italien ist nämlich noch größer als in Deutschland. 13 Millionen Euro hat das Unternehmen in das Werk investiert, mit dem es seine Produktionskapazität um weitere 220 Millionen Quadratmeter pro Jahr steigern will. Auf der 2,8 Meter breiten Wellpappenanlage, die eine Geschwindigkeit von 250 Meter pro Minute hat, wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. 45 neue Mitarbeiter stellt das Unternehmen, das bislang 1100 Mitarbeiter beschäftigte, dafür ein. Hightech-Arbeitsplätze seien dies, teilt das Unternehmen mit, das voll und ganz auf Automatisierung setzt. Dies reduziere natürlich die Anzahl der begleitenden Mitarbeiter an der Maschine, auf der anderen Seite würden andere anspruchsvolle Arbeitsplätze geschaffen, schildert Heindl die Richtung. Im britischen Ellesmere Port baut Progroup seit Oktober für rund 85 Millionen Euro ein Mega-Wellpappenwerk. Es werde das effizienteste und leistungsstärkste Wellpappenformatwerk der Branche sein, kündigt das Unternehmen an, das sich gerne als Rekordjäger betätigt. Seine Wellpappenanlagen sind die breitesten und schnellsten in Europa. Im dritten Quartal soll im neuen Werk in Großbritannien die Produktion anlaufen. Mit den zwei neuen Werken werden die Südpfälzer ihre Produktionskapazität auf 1,38 Millionen Tonnen beziehungsweise 3000 Millionen Quadratmeter pro Jahr steigern. Das Ende der Fahnenstange ist dies aber nicht. Ende 2021 soll die Produktionskapazität bei 4200 Millionen Quadratmetern liegen. Denn die Progroup plant, zwischen 2019 und 2021 bis zu vier weitere Wellpappenformatwerke in Zentraleuropa zu errichten. Der steigende Bedarf an Rohpapier muss natürlich gedeckt werden – am besten aus eigener Produktion, denkt sich das Unternehmen, und ist bereits in der Planung für den Bau einer weiteren Papierfabrik. Zwei hat es bereits in Burg und Eisenhüttenstadt. Die neue Fabrik für Wellpappenrohrpapiere, die ebenfalls in Deutschland gebaut werden soll, wird 2021 mit der Produktion beginnen, wenn alles nach Plan verläuft. Nach einer Anlaufphase soll die moderne Papiermaschine dort weitere 750.000 Tonnen Wellpappenrohpapiere pro Jahr ausspucken. Damit lässt sich die jährliche Gesamtproduktionskapazität von 1,1 Millionen auf 1,85 Millionen Tonnen erhöhen. Die Umsatzsteigerung 2017 um knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr führt das Unternehmen auf das gute konjunkturelle Umfeld und die neuen Wellpappenformatwerke in Plößberg und Trzcinica, aber auch allgemein auf die gute Leistung aller Werke und die gute Vertriebsbilanz zurück.

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