Landau Auch Methadon ist keine Dauerlösung

Die Fachkliniken Landau und Pfälzerwald in Wilgartswiesen-Hermersbergerhof haben ihr Therapieangebot um ein Rehabilitationskonzept für suchtkranke Menschen erweitert, die bisher in einer Drogenersatztherapie mit Methadon oder ähnlichen Stoffen behandelt werden, künftig aber ohne diese Drogenersatzstoffe auskommen wollen.

„Derzeit gibt es einen steigenden Bedarf an Reha-Plätzen für drogenabhängige Menschen, die unter qualifizierter medizinischer, psychosozialer und therapeutischer Betreuung den Ausstieg aus der Substitutionsbehandlung mit Drogenersatzstoffen schaffen und künftig ein drogenfreies Leben führen wollen“, sagt der ärztliche Leiter der beiden Fachkliniken der Evangelischen Heimstiftung Pfalz, Gerd Rudbach. Deshalb habe man sich in Absprache mit der Deutschen Rentenversicherung dazu entschieden, in beiden Kliniken ein passendes Angebot zu schaffen. Das Reha-Konzept für die „übergangsweise substitutionsgestützte, abstinenzorientierte medizinische Rehabilitation“ sieht vor, dass die Patienten während der ersten Wochen schrittweise eine immer geringere Dosis eines Drogenersatzes erhalten. Nach maximal vier Wochen soll die Substitution ganz beendet sein. Schon während dieser Zeit können die Rehabilitanden, sofern sie körperlich dazu in der Lage sind, am kompletten übrigen Reha-Programm der Klinik teilnehmen. Nach Angaben von Einrichtungsleiter Hans Welsch bietet die Fachklinik Landau noch einen weiteren Vorteil: „Der Wechsel zwischen der Entzugsbehandlung und dem Einstieg in die Entwöhnungsbehandlung mit dem therapeutisch und psychosozial betreuten Einüben eines Lebens ohne Suchtmittel und der Vorbereitung auf die berufliche und soziale Wiedereingliederung erfolgt in Landau quasi übergangslos. Es gibt keine Wartezeiten zwischen dem Ende der Entzugsbehandlung und der Aufnahme in die Entwöhnungs-Reha, außerdem können die Rehabilitanden die ganze Zeit über mit den ihnen vertrauten Therapeuten arbeiten.“ Voraussetzung für die Aufnahme eines Patienten ist, dass dieser nachweisen kann, mindestens vier Wochen vor dem Antritt der Reha keine Drogen konsumiert zu haben. Außerdem darf er während der Substitution höchstens eine Dosis von 30 Milligramm Methadon oder 15 Milligramm L-Polamidon benötigen, damit das Abgewöhnen nicht zu lange dauert. Das Rehabilitationskonzept ist in Landau auf eine durchschnittliche Dauer von 14 Wochen ausgelegt, in der Fachklinik Pfälzerwald dauert die Reha im Schnitt 24 Wochen. In beiden Kliniken ist das Rehaziel die Abstinenz. Darüber hinaus soll die Erwerbsfähigkeit der Patienten wiederhergestellt beziehungsweise dem Verlust der Erwerbsfähigkeit vorgebeugt werden. Vorrangige Ziele sind die Wiederherstellung beziehungsweise Verbesserung des beeinträchtigten Leistungsvermögens der Rehabilitanden, der körperlichen und psychischen Gesundheit und die Wiedereingliederung in die Gemeinschaft sowie die Förderung der Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Teilhabe am Erwerbsleben. Zunächst stehen in den beiden Kliniken jeweils drei bis fünf Reha-Plätze für Substituierte zur Verfügung. Eine spätere Erweiterung des Kontingents ist für Einrichtungsleiter Hans G. Welsch bei steigendem Bedarf durchaus denkbar. (lüc)

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