Skaterhockey
Was der IHC Landau mit der Tennishalle in Siebeldingen vorhat
Mit einer Anzeige in einem Immobilienmarkt ging es los beim Inline-Hockey-Club (IHC) Landau. Zu haben: die Tennis- und Freizeitanlage von Gabriel Kilanowski in Siebeldingen. Aufgerufen waren 980.000 Euro.
„Wir sind uns preislich einig“, sagt der IHC-Vorsitzende Christoph Braun. Der Verein hat Großes vor. Ein paar Hürden sind noch zu nehmen. Ein wichtiger Termin: die Sportstättenbeiratssitzung am 23. April im Kreishaus. Eine Bank soll ihren Kredit an die Bedingung geknüpft haben, dass das Projekt in den Sportstätten-Förderungsplan für Landeszuschüsse aufgenommen wird. Unabhängig davon, wirbt der IHC schon in eigener Sache. Mit dem Wechsel von der Stadt Landau in den Kreis SÜW will sich der 1999 gegründete Verein einen anderen Namen geben.
Hardcourt-Sportboden für beide Spiele
Sein geplantes Projekt in Arzheim hat der IHC aufgegeben. „Nach reiflicher Überlegung hat der Vorstand bereits Ende 2024 entschieden, das ursprünglich geplante Arena-Neubauprojekt nicht weiter zu verfolgen. Aus Gründen der Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und einer deutlich schnelleren Realisierbarkeit rückt nun eine bestehende Immobilie in den Fokus“, teilt der IHC mit: Der Verein plane den Kauf und die Renovierung der Tennishalle in Siebeldingen, um diese zukunftsfähig und multifunktional umzugestalten.
Oberstes Ziel sei der Erhalt der Halle als Sportstätte für die gesamte Region. Der Sandboden soll vollständig entfernt und durch einen Hardcourt-Sportboden der Marke Rebound Ace ersetzt werden. Der IHC: „Auch nach dem Umbau wird die Halle weiterhin zwei Tennisfelder bieten. Die zukunftsweisende Neuerung besteht darin, dass eines dieser Felder durch eine fest installierte Bande eine Doppelnutzung erfährt. Es wird künftig sowohl als modernes Tennisfeld, als auch als Spielfläche für Inline-Skaterhockey dienen.“
Drei Phasen
Inline-Skaterhockey ist mit dem Eishockey verwandt, wird jedoch auf Inline-Skates und mit einem Hartplastikball gespielt. Außerhalb der Trainings- und Spielzeiten des IHC Landau stehe die Fläche in Siebeldingen dem Tennissport zur Verfügung.
Der Verein plant das Projekt nach eigenen Angaben nachhaltig und in mehreren Phasen. Nach der Sanierung der großen Halle stehe im zweiten Schritt der Ausbau und die Renovierung des Anbaus an. Dabei müsse das Dach gesichert werden. Zudem würden die alten, defekten Kegelbahnen teilweise zu dringend benötigten Umkleidekabinen sowie einem Versammlungs- und Gymnastikraum umgebaut. Im dritten Schritt geht es um die Außenlage mit weiteren Tennisplätzen.
Vor-Ort-Termin für jedermann
Der Verein setzt auf Manpower in den eigenen Reihen. Spieler und Vorstandsmitglied León Hülsenbeck kann als angehender Architekt Ideen einbringen. Nachdem das Dach gesichert ist, soll es im Nebengebäude an den Innenausbau gehen. „Das können wir“, sagt Braun. „Für sanitäre Anlagen sind wir perfekt aufgestellt.“ Die Gastronomie soll wieder öffnen. Beim Thema Buchung der Tennisplätze und Zubehörverleih denkt Braun an Zeitarbeitskräfte und Studierende. Das größte Kapital seien die Hände und das Handwerk im Verein: „Der Plan steht.“
Um das Vorhaben vorzustellen, lädt der IHC Landau zu einem Vor-Ort-Termin ein, zu dem Landrat Dietmar Seefeldt eingeladen ist: am Sonntag, 19. April, ab 15 Uhr in der Tennishalle in Siebeldingen. Der Verein möchte laut Hülsenbeck seine „Platzpaten“-Aktion, die ursprünglich für Arzheim ins Leben gerufen wurde, in Siebeldingen weiterführen. Privatpersonen können symbolisch Quadratmeter des neuen Hallenbodens erwerben und so direkt bei der Finanzierung helfen. Unternehmen könnten das Projekt mit klassischer Bandenwerbung und großflächigen Firmen-Platzpatenschaften unterstützen.
Inlinehockey hat Priorität
Vor Ort wird die Vereinsjugend auf einem Aufblasspielfeld den Sport präsentieren. Besucher haben die Möglichkeit, sich selbst am ungewohnten Sportgerät auszuprobieren. Gemeinsam mit seinem Partner Metzgerei Stephan Weisbrod aus Landau bietet der Verein Spießbraten und Getränke. Zur besseren Planung bittet er um eine Voranmeldung für das Essen unter www.ihc-landau.de/arena.
Je mehr Spenden eingingen, umso einfacher werde es, sagt Braun, der stolz ist, dass sich der Verein, der früher in einer französischen Reithalle in der Eutzingerstraße sein Domizil „Firedome“ hatte, seit vielen Jahren eigenständig über Wasser hält. Mit seiner Laufschule für jedermann (Kurse am 11. April sind fast ausgebucht), Benefizspielen gegen die Mannheimer Adler und Ligaspielen. Braun: „Unser Sport hat Priorität.“