Extremsport RHEINPFALZ Plus Artikel Was den Extremsportler Jonas Deichmann in Ramberg erwartet

Jonas Reichmann ist da.
Jonas Reichmann ist da.

Sie haben auf Facebook gesehen, dass Jonas Deichmann durch Ramberg fährt. Helge Griasch und andere Triathleten des FCK bereiten dem Extremsportler einen Empfang.

„Zehn Minuten noch, dann müssten sie kommen.“ Der Blick geht hoch vom Livetracker auf dem Smartphone auf die Ramberger Hauptstraße Richtung Dernbach. Vor Andi’s Wecklädl hat sich eine kleine Fangemeinde auf alles vorbereitet und wartet gespannt auf einen Star ihres Sports, Extremsportler Jonas Deichmann. Mit im Schlepptau: Radfahrer und Triathleten aus der ganzen Region.

„Langdistanz mit Freunden“, so nennt Jonas Deichmann seine privaten Triathlons, die er deutschlandweit mit Gleichgesinnten absolviert. Am Sonntag gab es die Pfalz-Edition: Los ging es mit 3,8 Kilometer Schwimmen im Ostparkbad in Frankenthal, dann 180 Kilometer Radfahren durch die Pfalz und am Abend ein Marathonlauf durch Frankenthal, Ludwigshafen und Mannheim. Im Gespräch mit denen, die da in Ramberg auf Pferdelunge Deichmann warten, wird klar: Das muss man wollen.

Aus einer Bierlaune heraus alles organisiert

Deichmann will nicht nur, er kann es auch. „Das Limit bin nur ich“, heißt das erste seiner vier Bücher. Seine neue Veröffentlichung erzählt davon, wie er zwischen 9. Mai und 22. August 2024 sagenhafte 120 Ironman-Distanzen an 120 aufeinanderfolgenden Tagen absolvierte. Und eben jenes Buch liegt auf dem Tisch der Verpflegungsstation, die der Ramberger Helge Griasch zusammen mit Heiko Schulz im Team der Triathleten des 1. FCK auf die Beine gestellt hat. Einen Edding hat Griasch auch dabei. Deichmann soll sich auf seinem kurzen Zwischenstopp im Buch verewigen.

„Wir waren auf Mallorca im Radtrainingslager, als wir auf Facebook gesehen haben, dass Deichmann auch durch Ramberg fährt“, erzählt Schulz. „Aus einer Bierlaune heraus haben wir dann alles kurzfristig organisiert“, sagt Griasch. In Absprache mit Deichmann-Kumpel Tobias Rop von den United Runners of Pfalz gab es das Okay für die Verpflegungsstelle im Pfälzer Wald. Die Triathleten vom FCK waren direkt Feuer und Flamme, in Griaschs Wahlheimat ihr Vorbild zu unterstützen. Andreas Schwalie vom Wecklädl war dabei, ebenso die Ortsgemeinde und Feuerwehr, die Toiletten im Bürstenbindermuseum und Tische zur Verfügung stellten.

Ein Banner und jede Menge Nahrung

260 Liter Wasser wurden auf eigene Rechnung eingekauft, acht Kilogramm Äpfel, drei Kilogramm Salzgebäck, Gummibärchen und Kranzkuchen. Dazu Energieriegel und Gels für schnelle Kraftzufuhr. Die beiden Männer kennen sich aus: Das Gel wird in den Wasserflaschen vermengt und während der Fahrt portionsweise getrunken. Als Faustregel gelten sieben Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde.

„Geil wird’s!“, ist so ein Spruch, den Jonas Deichmann oft sagt. Dieser Spruch steht auch auf dem Banner, das die FCK-Triathleten für Deichmann vorbereitet haben. Auf Instagram folgen ihm 310.000 Menschen, in der Spitzengruppe am Sonntag sind es vielleicht zehn. Ein paar rote Ampeln in Frankenthal und der Ex-tremsportler war weg. Mit einem 29er-Schnitt wird er die 180 Kilometer fahren. In Ramberg haben er und seine Fans und Freunde etwas mehr als die Hälfte schon geschafft.

Fotos und Small Talk

„Fantastisch! Einen Kaffee nehm ich“, sagt Deichmann und nimmt sich einen Moment Zeit für Fotos und Small Talk. Währenddessen werden fleißig Flaschen gefüllt, Obst und Gebäck gefuttert. Einer bestellt zwei Pfälzer Schorle, wenn auch dünne. „Leute, das muss alles weg, ich nehme nichts mehr mit heim“, sagt Griasch mit einem Lachen. Dann wird schnell eine Instagram-Story gefilmt. Deichmann bedankt sich für den Support und zischt wieder ab. „Jetzt geht’s mit Rückenwind zurück, wir sind ja praktisch schon wieder in der Wechselzone“, sagt er. Erst spät am Abend wird er in Frankenthal seine Langdistanz nach absolviertem Marathonlauf beenden.

Nach und nach trudeln die Nachzügler ein. Von den knapp 100 Radfahrern werden es sicher nicht alle bis nach Ramberg geschafft haben. „Es hat alles funktioniert, die Leute haben sich gefreut“, ist Griasch. Sein Autogramm hat er bekommen, ein paar Fotos auch.

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