Lokalsport Südpfalz Vom Ziel direkt ins Krankenhaus

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LANDAU/OFFENBACH (mame). Der Offenbacher Joshua Stritzinger gewann im „rad-net Rose Team“ die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftszeitfahren in Genthin. Für die 50 Kilometer lange Strecke benötigten die besten vier Fahrer der sechs Starter 54:58 Minuten, sie waren damit acht Sekunden schneller als die zweitplatzierte Mannschaft Kuota-Lotto aus Koblenz und 4:10 Minuten schneller als das Landauer „mein-radladen.de – Südwestteam“. Schmerzhaft war das Mannschaftszeitfahren für alle Rheinland-Pfälzer.

Dem Koblenzer Rennstall wurde beim Spezialtraining in der vergangenen Woche von einem Auto die Vorfahrt genommen. Drei Fahrer stürzten schwer. Christopher Hatz, Sieger in Dierbach 2014, fiel für Genthin aus. Daniel Westmattelmann und Joshua Huppertz konnten immerhin noch starten. Am Samstag kamen drei Fahrer des „rad-net Rose Teams“ um Stritzinger zu Fall. Wohl weil ein Fahrer nach einer Belastungsphase das Tempo zu schnell drosselte, sein Hintermann auffuhr. Auch Stritzinger stürzte. Jedoch konnten er und die weiteren Sturzopfer am Sonntag antreten – teils deutlich gezeichnet von den Folgen. Der DM-Titel lindert den Schmerz sicherlich. Stritzinger siegte zum ersten Mal bei einer DM. Bis zum Ziel lief es für das Landauer Südwestteam rund. Obwohl das Mannschaftszeitfahren als Schwachstelle ausgemacht war, es mit geringen Erwartungen nach Sachsen-Anhalt gereist war. Zwar verlor man den ebenfalls nach seinem Sturz vom Bellheimer Klassiker gehandicapten Alexander Köhler früh, auch Burkhard Schlenkrichs Kräfte waren schon nach 25 Kilometern aufgebraucht; doch Jonas Rapp und Thorsten Blatz hielten das Tempo hoch. Oliver Scholer bekam nach 35 Kilometern leichte Probleme, Lukas Mild zeigte seine beste Saisonleistung und wuchs über sich hinaus. Bis zur 1000-Meter-Marke vor dem Ziel bot die Mannschaft auch technisch eine starke Leistung. Die Trainingseinheiten zwischen Scheibenhard und Weißenburg zahlten sich aus. Eine Schrecksekunde folgte, als Blatz die Kette kurz Probleme bereitete. Rapp reagierte geistesgegenwärtig, schob ihn kurz an, bis das Problem in voller Fahrt behoben war. Nach 59:08 Minuten waren die Landauer in der Zielvorgabe – unter einer Stunde bleiben – im Ziel. Sekunden später war die Freude über das Erreichen aller gesetzten Ziele – nicht Letzter werden und das GF Pro-Team aus Sossenheim hinter sich zu lassen – dahin. Völlig ausgepumpt verpasste Rapp die Ableitung, in die Nebenmann Oliver Scholer einbiegen wollte. Beide kollidierten, stürzten und nahmen auch Mild noch mit auf den Asphalt. Nur Blatz blieb verschont. Rapp, der in die Absperrgitter gekracht war, und Scholer wurden wenige Meter weiter ins Krankenhaus gebracht. Der Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch Rapps, der zu den Mitfavoriten der U23-Bergmeisterschaft am kommenden Sonntag in Ramberg zählte, bestätigte sich zwar nicht; dennoch ist der Sieger des Bellheimer Klassikers schwer gezeichnet, wurde am Knie mit neun Stichen genäht. Ein Einsatz in Ramberg ist fraglich. Scholer und Mild erlitten Schürfwunden. „Wir hoffen alle für Jonas, dass er am Sonntag starten kann und nicht massiv gehandicapt ist. Eine Medaille dürfte so aber außer Reichweite liegen, denn das behindert in jedem Fall nicht nur die Vorbereitung, sondern auch im Rennen“, erklärte Wolfgang Moster, der Sportliche Leiter des Teams: „Weiter ist das natürlich psychisch nicht leicht, das im Rennen komplett zu verdrängen. Wenn er starten kann, hoffen wir, dass er in den zweiten Lauf der besten 30 kommt. Der Rest wäre eine Zugabe.“

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